RB Leipzig vergeigt Nagelsmann-Debüt: 1:4-Pleite für Trainer "sekundär"

Leipzig - 1:4-Niederlage zum Einstand (TAG24 berichtete)! Julian Nagelsmann hatte sich sein erstes Spiel als neuer Trainer von RB Leipzig sicher anders vorgestellt. Doch anstatt sein Team für vergebene Chancen, ungenaues Pass- oder mangelhaftes Umschaltspiel gegen den FC Zürich zu kritisieren, relativierte der 31-Jährige das Ergebnis, bezeichnete es als "sekundär". Für das anstehende Trainingslager ist das Hausaufgabenheft der Roten Bullen dennoch ein Stück dicker geworden.

Mit insgesamt acht eingesetzten Jugendspielern (hier der 16-jährige Joscha Wosz, r.) war nach vier Tagen Training nicht viel drin für RB Leipzig.
Mit insgesamt acht eingesetzten Jugendspielern (hier der 16-jährige Joscha Wosz, r.) war nach vier Tagen Training nicht viel drin für RB Leipzig.  © Picture Point/R. Petzsche

Ein sehr giftiger, guter Gegner sei der zwölfmalige Schweizer Meister gewesen, sagte Nagelsmann anschließend. Die Gäste reisten für ihre Generalprobe nach Sachsen, denn schon am nächsten Wochenende startet die Super League in die neue Saison. Für Leipzig hingegen war es nach vier Trainingstagen der erste Härtetest.

Besonders in der ersten Halbzeit offenbarte die mit anfänglich fünf teilweise minderjährigen Jugendspielern gespickte Startformation im neuen, ungewohnten 3-5-2 sowohl nach hinten als auch vorn große Probleme, die der FCZ schon nach knapp 30 Minuten zu einer 3:0-Führung nutzen konnte.

Es habe "sehr große Abstände in eigenem Ballbesitz" gegeben und die Umstellung des Trainingsrhythmus' sei auch nicht von der Hand zu weisen, sagte Nagelsmann. "Wir hatten sehr viele Einheiten diese Woche, deswegen muss man das ein wenig relativieren." Zudem habe Zürich gezeigt, dass sie kontern wollen. "Das haben sie gut gemacht."

Nach dem 0:4 durch den kurz zuvor eingewechselten Izer Aliu schraubte der Vorjahres-Siebte seine Offensivbemühungen deutlich zurück, ließ den Gastgeber kommen. Doch bei den Bullen wollte es in der Abstimmung einfach nicht klappen, die bisher kaum integrierten Jugendspieler taten ihr Übriges. Einzig Emil Forsberg konnte mit einem Foulelfmeter kurz vor Schluss den Ehrentreffer erzielen.

"Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei, drei gute Umschaltsituationen, in der zweiten müssen wir zwei Tore mehr machen", analysierte der neue Coach. Marcel Sabitzer vergab gleich zwei Riesenchancen in Folge, Kevin Kampls und Timo Werners Schüsse blieben ebenso unbelohnt.

"Es wäre ein Wunder, wenn heute alles super funktioniert hätte!"

Hatten offensichtlich viel Redebedarf: Der neue Coach Julian Nagelsmann (vorn 2. r.) zwischen seinen Co-Trainern Robert Klauß und Moritz Volz. Im Hintergrund beobachtet Ralf Rangnick (4.v.r.) die Begegnung.
Hatten offensichtlich viel Redebedarf: Der neue Coach Julian Nagelsmann (vorn 2. r.) zwischen seinen Co-Trainern Robert Klauß und Moritz Volz. Im Hintergrund beobachtet Ralf Rangnick (4.v.r.) die Begegnung.  © Picture Point/R. Petzsche

Dass überhaupt nach erst vier vollen Trainingstagen getestet wurde, stellt bei Julian Nagelsmann eine Seltenheit dar: "Normalerweise mache ich nach der ersten Woche keinen Test, um den Jungs mehr Zeit zu geben." Aufgrund der verkürzten Vorbereitung sei es aber nicht anders möglich gewesen, um in einen Spielrhythmus zu kommen.

Am Montag - dann weilt RB bereits im Trainingslager in Seefeld (Österreich) - wolle man die Begegnung "ausführlich" analysieren. Da müsse man jetzt Lehren daraus ziehen. Gut für die Verdeutlichungen sind nun die aufgezeichneten Spielszenen. "Wir haben jetzt genügend Zeit, um an den Dingen zu arbeiten, die vor allem in der ersten Halbzeit noch nicht so gut funktioniert haben."

Andererseits wäre es laut Nagelsmann auch ein Wunder gewesen, "wenn heute alles super funktioniert hätte. Das Ergebnis ist nicht so schön, das hätten wir ein bisschen rosiger gestalten können. Es reicht mir aber, wenn wir gegen Osnabrück [DFB-Pokalgegner in der 1. Runde am 11. August, Anm. d. Red.] ein richtig gutes Ergebnis liefern."

"Im schönen Tirol", wie der 31-Jährige den Ort des Trainingslagers bezeichnet, habe man ab Sonntag eine schöne Umgebung, um wie gewünscht zu trainieren und Abläufe zu verbessern. Dass man dort nur fünf volle Tage hat, ist durchaus gewollt. "Zu Hause hat man eigentlich bessere Bedingungen als im Trainingslager", sagte Nagelsmann, der vor allem auf einen deutlich besser ausgestatteten Kraftraum, mehr Plätze und sehr gutes Essen abzielte. Er freut sich aber, seine Jungs intensiver kennenzulernen, wenn man abends beisammensitzt.

In der Olympiaregion wird der Fokus auf Umschaltmomente nach eigenem Ballverlust ebenso gelegt, wie giftig auf eine Rückeroberung der Kugel zu gehen. Auch taktische Dinge von Spielern, die nicht in Ballnähe sind, sollen besprochen und geübt werden. "Wir werden am Freitag gegen Galatasaray sicherlich eine andere Restverteidigung haben, als heute", kündigte der Trainer vor dem zweiten Test an.

Übrigens: Das heutige letzte öffentliche Training startet statt 10.30 Uhr erst um 11 Uhr.

Blieb trotz zwei Hochkarätern das Glück verwehrt: Marcel Sabitzer (l.).
Blieb trotz zwei Hochkarätern das Glück verwehrt: Marcel Sabitzer (l.).  © Picture Point/R. Petzsche

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