RB Leipzigs Werner will Vertrag nicht verlängern: "Kann sich nach der Saison ändern"

München/Leipzig - Die Causa Timo Werner ist noch immer nicht beendet. Seit gut einem halben Jahr kämpfen die Verantwortlichen von RB Leipzig um seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag, seit einem halben Jahr tut sich dahingehend aber auch nichts. Der 23-Jährige strebe einen Wechsel an, doch Interessenten gibt es offiziell keine. Nicht ausgeschlossen, dass er auch über den Sommer hinaus in Sachsen bleibt.

Timo Werner (23, r.) wird am Samstag gegen den FC Bayern im Pokalfinale vermutlich sein letztes Spiel für RB Leipzig bestreiten - gegen seinen neuen Arbeitgeber?
Timo Werner (23, r.) wird am Samstag gegen den FC Bayern im Pokalfinale vermutlich sein letztes Spiel für RB Leipzig bestreiten - gegen seinen neuen Arbeitgeber?  © Picture Point/G. Krieg

Zugegeben, wirklich realistisch ist eine Vertragsverlängerung beziehungsweise ein weiteres Spielen in einem letzten Vertragsjahr Werners nicht. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (43) hatte unlängst bestätigt, dass der deutsche Nationalstürmer seinen im Sommer 2020 auslaufenden Kontrakt "eher nicht" verlängern wolle (TAG24 berichtete).

Dies bestätigte der scheidende Trainer und künftige Sportdirektor Ralf Rangnick im Sport1-Doppelpass ebenfalls. Dieser Wunsch sei in erster Linie über Werners Berater Karlheinz Förster kommuniziert worden. "Unsere Position ist weiterhin die, dass - wenn er nicht verlängert - wir es lieber hätten, wenn er wechseln würde", sagte Rangnick. "Aber das kann sich nach der Saison auch noch mal ändern. Er weiß, dass wir Champions League spielen." Am unwahrscheinlichsten erscheint aber die Konstellation, mit Werner ohne Verlängerung ins letzte Jahr zu gehen und ihn anschließend kostenlos abzugeben.

Kolportiert wird ein Transfer zum Meister und Pokalendgegner FC Bayern München im Sommer. Allerdings sei noch immer kein Verein an die Roten Bullen herangetreten, so der RB-Macher Rangnick: "Wohin er geht, kann ich nicht sagen."

RB verlangt "marktübliche Ablösesumme"

Vor drei Jahren kam der in Leipzig zum Nationalspieler gereifte Stürmer für 14 Millionen Euro aus Stuttgart. Nun ist er 65 Millionen wert, RB hofft auf mindestens 40 Millionen Ablöse.
Vor drei Jahren kam der in Leipzig zum Nationalspieler gereifte Stürmer für 14 Millionen Euro aus Stuttgart. Nun ist er 65 Millionen wert, RB hofft auf mindestens 40 Millionen Ablöse.  © Picture Point/G. Krieg

Sollte Timo Werner die Leipziger tatsächlich nach drei Jahren verlassen, sollte sich das nach Wünschen des Königsklassen-Teilnehmers auch auf dem eigenen Konto bemerkbar machen.

Man erwarte vom aufnehmenden Klub eine "marktübliche Ablösesumme", forderte Ralf Rangnick. "Das ist doch klar und legitim." Der Marktwert des 24-maligen Nationalstürmers liegt laut transfermarkt.de aktuell bei 65 Millionen Euro. Angesichts des im nächsten Juni auslaufenden Arbeitspapiers erhofft man am Cottaweg aber sicherlich um die 40 Millionen. Vor drei Jahren kam Werner für etwa 14 Millionen nach Leipzig.

"Timo hat eine phantastische Entwicklung bei uns genommen in den letzten drei Jahren. Beim VfB hat er am Ende keine Sekunde gespielt, bei uns ist er zum Nationalspieler geworden und hat in jeder Saison 15 bis 20 Tore geschossen. Daran haben wir auch einen gewissen Anteil dran", hebt Rangnick den Stellenwert des Klubs heraus.

Gut möglich, dass es bereits eine Einigung mit dem Rekordmeister FCB gibt, man diese aber erst nach dem Pokalfinale (Samstag, 20 Uhr/ARD und Sky) verkünden möchte. Auch der RB-Coach will aktuell nichts davon wissen. "Mich interessiert in erster Linie, wie sich Timos Form entwickelt und die Formkurve hat in den letzten Wochen wieder deutlich nach oben gezeigt. Ich hoffe, wir haben ihn in Topform am Samstag gegen Bayern, dann haben wir auch eine Chance, tatsächlich den Pokal zu holen. Für alles andere ist danach noch Zeit."

Eine Kampfansage an den 29-fachen Meister und Vize Dortmund gab's für die kommende Spielzeit auch noch obendrauf: "Wir versuchen, dass wir nächste Saison einen oder zwei Plätze besser sind als diese. Da spricht ja nichts dagegen." Das wäre dann Platz 2 oder gar 1. Ohne Werner wird dieses Ziel jedoch sicher schwer(er) erreichbar.

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