Causa Werner bei RB Leipzig: "Irgendwann brauchen wir eine Entscheidung!"

Leipzig - Wie ein Kaugummi zieht sich seit über einem halben Jahr der Poker bei RB Leipzig um die Vertragsverlängerung beziehungsweise den Verkauf von Timo Werner. Obwohl die Entscheidung offiziell offen ist, glaubt wohl keiner mehr an einen Verbleib des Nationalstürmers über 2020 hinaus. Der Bundesligist setzte dem 23-Jährigen zwar kein Ultimatum - aber irgendwie doch.

Setzt Timo Werner kein Ultimatum, strebt aber eine Entscheidung vor dem Saisonstart an: RB Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (43).
Setzt Timo Werner kein Ultimatum, strebt aber eine Entscheidung vor dem Saisonstart an: RB Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (43).  © Picture Point/R. Petzsche

"Ich kann mich nur Markus' Aussagen anschließen", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hinsichtlich den Aussagen von Sportdirektor Krösche, der Werner behalten will und Gespräche führt. "Wir wollen ihm kein Ultimatum setzen, aber irgendwann brauchen wir dann natürlich auch mal eine Entscheidung", so der 43-Jährige weiter.

"Wir haben natürlich gesagt, dass es wünschenswert ist, dass wir eine Lösung haben, bevor der Ball das erste Mal in der Bundesliga in der neuen Saison rollt. Ich denke auch, dass wir dieses Timing einhalten können und werden", hofft der RB-Boss.

"Gelassen" gehe man mit der sich über Monate erstreckenden Thematik um. Vor Weihnachten wurde dem gebürtigen Stuttgarter ein "sehr, sehr gutes" Vertragsangebot vorgelegt, sagte Mintzlaff. Nachbessern wolle man dieses nicht: "Wir stehen zu dem Angebot!"

Die Roten Bullen, vor allem der mittlerweile geschiedene Sportdirektor Ralf Rangnick (61), bekräftigten immer wieder, dass man mit Werner entweder verlängern will oder er verkauft wird. Mittlerweile sitzt RB nicht mehr am längeren Hebel, müsste ihn bei ausbleibenden Angeboten im Sommer 2020 ablösefrei ziehen lassen. Ein Horror-Szenario hinsichtlich des wertvollsten Kaderspielers.

"Wir sind nicht blauäugig und haben einen Plan B oder C!"

Der deutsche Nationalstürmer (23) lässt sich mit seiner Entscheidung ob gehen oder bleiben viel Zeit.
Der deutsche Nationalstürmer (23) lässt sich mit seiner Entscheidung ob gehen oder bleiben viel Zeit.  © Picture Point/R. Petzsche

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bekräftigte erneut, dass man sich in konstruktiven und guten Gesprächen mit dem Angreifer und dessen Berater Karlheinz Förster befindet, "die dann auch zu einem vernünftigen Ergebnis führen werden."

Für den Vorstandsvorsitzenden sei es natürlich legitim, dass sich ein junger Nationalspieler Gedanken um seine Karriere macht. "Und es ist auch legitim, dass ein Verein mit einem so hochtalentierten Spieler verlängern möchte. Und wenn er nicht verlängern möchte, dann auch verkaufen möchte."

Der Wechsel von seinem Jugendklub VfB Stuttgart nach Leipzig im Jahr 2016 war "der absolut richtige Schritt", sagte Mintzlaff. "Da saß er am Ende nicht mal mehr auf der Reservebank, sondern auf der Tribüne." Drei Jahre später ist Timo Werner zum 25-fachen Nationalspieler (10 Tore) gereift und Stammspieler bei den Sachsen geworden.

Sollte er den Champions-League-Teilnehmer doch noch in diesem Sommer verlassen, sind die Roten Bullen dank einer "extremst großen Scoutingabteilung" nach eigenen Aussagen gewappnet. Auch, wenn die Entscheidung kurzfristig ins Haus flattert. "Wir sind nicht blauäugig und haben einen Plan B oder C. Den musst du auch haben, wenn sich jetzt noch einer in der Vorbereitung verletzt. Wir sind auf die verschiedenen Szenarien eingestellt", versicherte Mintzlaff.

Öffentliches Training

Am Sonntagabend teilte RB mit, dass auch in der neuen Woche einige öffentliche Trainingseinheiten geplant sind. Hier sind sie:

  • Montag | 10.30 Uhr und 15 Uhr
  • Dienstag | 10.30 Uhr
  • Mittwoch | 11 Uhr
  • Donnerstag | 10.30 Uhr

Freitagabend findet im Stadion am Bad in Markranstädt das Testspiel gegen den französischen Pokalsieger Stade Rennes statt. Anstoß ist 18 Uhr. Am Samstag wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert, Sonntag haben die Kicker frei.

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