Champions League: RB Leipzig startet mit wichtigem Auswärtssieg in Tottenham

London - Starke Leistung! Mit einem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg bei Tottenham Hotspur reist RB Leipzig glücklich vom ersten Champions-League-Achtelfinalspiel der Vereinsgeschichte zurück nach Deutschland. Die gute Ausgangslage besorgte vor 60.095 Zuschauern an der nagelneuen und stimmungsvollen "New White Hard Lane" Timo Werner durch ein Elfmetertor (58.). Der Sieg hätte aber deutlich höher ausfallen können - oder sogar müssen.

Konnte nicht fassen, dass sein Team ohne eigenes Tor in die Halbzeit ging: RB-Trainer Julian Nagelsmann, mit 32 Jahren der jüngste ever in einem Königsklasse-Achtelfinale.
Konnte nicht fassen, dass sein Team ohne eigenes Tor in die Halbzeit ging: RB-Trainer Julian Nagelsmann, mit 32 Jahren der jüngste ever in einem Königsklasse-Achtelfinale.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Sein Herz sei "gebrochen" worden, nachdem sich nach Harry Kane auch noch Heung-min Son kurzfristig verletzte und wochenlang ausfällt, so Spurs-Coach José Mourinho. Ohne das Duo verlor der Vorjahres-Finalist vier der letzten fünf Partien. Julian Nagelsmann musste seinerseits unter anderem drei Innenverteidiger (Willi Orban, Ibrahima Konaté, Dayot Upamecano) ersetzen.

Für den 32-jährigen und somit jüngsten Trainer in einem Champions-League-Achtelfinale war es das erste K.o.-Spiel in der Königsklasse seines Lebens und ebenso das erste derartige für die Bullen.

RB spulte eine richtig gute erste Halbzeit ab und kam zu 13 teils hochkarätigen Chancen, von denen aber keine einzige im Kasten landete. Tottenham wirkte extrem überfordert und kam selbst nur einige wenige Male vor den Kasten.

Timo Werner erzielte in der 58. Minute im Hexenkessel vom Elfmeterpunkt das goldene Tor zum entscheidenden 1:0.

Die Sachsen haben sich dadurch fürs Rückspiel am 10. März einen guten Vorteil erspielt.

Ampadu ersetzt Upamecano - 13 (!) Leipziger Torschüsse in den ersten 45 Minuten

Unter anderem Timo Werner fehlte gegen überforderte Tottenham-Stars (hier Toby Alderweireld, l.) die Kaltschnäuzigkeit, um schon in der ersten Halbzeit zu treffen.
Unter anderem Timo Werner fehlte gegen überforderte Tottenham-Stars (hier Toby Alderweireld, l.) die Kaltschnäuzigkeit, um schon in der ersten Halbzeit zu treffen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Für den gelbgesperrten Dayot Upamecano stellte Julian Nagelsmann Ethan Ampadu zentral neben Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann auf. Gegenüber dem 3:0 gegen Bremen begann zudem Christopher Nkunku für Dani Olmo (Bank).

Soviel sei direkt gesagt: Mit solch einem Beginn hatte mit Sicherheit niemand gerechnet. RB erspielte sich gegen überforderte Spurs nach 1:08min schon drei (!) richtig gute Chancen: Erst schoss Patrik Schick knapp vorbei, dann scheiterte Angelino an Torhüter Hugo Lloris, ehe nach scharfem Flachpass von Nordi Mukiele Timo Werner am kurzen Pfosten nicht versenkte.

Die Gastgeber mussten sich gegen den Achtelfinal-Neuling erst mal zurechtfinden, ehe sie gefährlich wurden: Giovani Lo Celso tunnelte Mukiele auf dem linken Flügel und fand Steven Bergwijn im Strafraum, der sich den Ball von links auf rechts legte, so Angelino stehen ließ, aber Péter Gulácsi parierte stark (8.).

In der 17. Minute war es wieder Schick, der nach einer Ecke am höchsten stieg und nur knapp vorbeiköpfte, ehe der -sorry- saustarke Angelino frei auf links angespielt wurde, direkt vors Tor zu Werner legte, der aber vorbeirutschte. Wäre allerdings sowieso Abseits gewesen (27.).

Eine der dicksten Dinger hatte Werner, der wunderbar von Konrad Laimer im Sechzehner bedient wurde, allerdings zu lang überlegte und erneut an Lloris scheiterte. Da hatte Serge Aurier den Überblick komplett verloren (36.).

Tottenham kam nur selten nach vorn. In der 39. setzte sich Gedson Fernandes mal auf rechts durch, flankte vors Tor, wo sich Dele Alli Freiraum schaffte, den Kopfball aber verpasste. Glück für RB hier.

Satte 13 Torschüsse erspielten sich die Leipziger, die nach einer souveränen ersten Halbzeit völlig unnötig ohne Treffer in die Kabine mussten.

Werner erlöst RB vom Punkt - Sehr gute Ausgangsposition fürs Rückspiel

Nach seinem Elfmetertreffer ließ sich Timo Werner (r.) nach einer vier Spiele andauernden Durststrecke wieder ordentlich abfeiern.
Nach seinem Elfmetertreffer ließ sich Timo Werner (r.) nach einer vier Spiele andauernden Durststrecke wieder ordentlich abfeiern.  © Picture Point/Roger Petzsche

Mourinho dürfte seinen Jungs ordentlich Feuer unterm Hintern gemacht haben, so wie die aus der Kabine kamen.

In der 48. Minute wurde es direkt brenzlig, als Aurier rechts nicht angegriffen wurde, hinter die Abwehr flankte, wo Lucas Moura die Fußspitze noch an den Ball bekam, Gulácsi lenkte aber zur Ecke.

Doch dann platzte der Knoten! RB bekam einen Strafstoß zugesprochen, nachdem Werner in die Box flankte, Ben Davies wollte wegschlagen, dann tauchte Laimer aber vor ihm auf, Davies hob das rechte Bein und brachte den Österreicher zu Fall - klarer Elfer! Werner trat an und versenkte sicher unten links - 1:0 für Leipzig (58.)!

Nachdem sich Gulácsi gegen einen 18-Meter-Schuss von Lo Celso auszeichnen konnte (61.), lief es wieder in die Richtung. Angelino wurde wieder frei auf dem linken Flügel bedient, seine flache Hereingabe ließ Werner zentral durch, hinten kam Schick mutterseelenallein an die Kugel, doch er vergab das Riesending gegen den besten Londoner Lloris (62.).

Aber auch der RB-Schlussmann war voll drin in der Partie: Einen Freistoß des auffälligen Lo Celso lenkte der Ungar noch an den Pfosten (73.).

Tottenham kam zum Ende hin zwar noch zu mehr Spielanteilen und einer weiteren Freistoß-Gelegenheit durch den eingewechselten Erik Lamela (82.) sowie einem Moura-Kopfball (89.), doch Gulácsi hielt seinen Kasten auch in der harten fünfminütigen Nachspielzeit sauber.

Samstag (18.30 Uhr/Sky) reist RB zum Topspiel zum FC Schalke 04. Das Rückspiel daheim gegen Tottenham findet am 10. März (21 Uhr/Sky) statt.

RB geht als leichter Favorit ins Rückspiel am 10. März in Leipzig.
RB geht als leichter Favorit ins Rückspiel am 10. März in Leipzig.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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