RB Leipzig: Trainer Nagelsmann stellt nach Pleite sein Team infrage

Frankfurt - Nach der 0:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt hat RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann versucht, seinen Spielern die Augen zu öffnen. Besonders die Zeit zwischen den Pflichtspielen könnte sein Team besser nutzen, findet der 32-Jährige.

Linksverteidiger Marcel Halstenberg: "Wir haben den Rückraum beim Führungstreffer der Frankfurter nicht gut gedeckt."
Linksverteidiger Marcel Halstenberg: "Wir haben den Rückraum beim Führungstreffer der Frankfurter nicht gut gedeckt."  © Picture Point/Roger Petzsche

1700 mitgereiste Fans hatten zu Beginn der Partie in der Commerzbank Arena berechtigte Hoffnung, dass hier die Punkte 41, 42 und 43 eingefahren werden. In dem Stadion, in dem RB noch nie gewinnen konnte.

Nach einer knappen halbe Stunde, in der die Roten Bullen spielbestimmend waren, deutlich mehr Ballbesitz hatten und sich den Großteil der Chancen gegen zeitweise überforderte Abwehrspieler erarbeiteten, schwand neben der Überlegenheit auch jene Hoffnung, hier tatsächlich als Sieger vom Platz zu gehen.

Immer weniger spielte sich RB Gelegenheiten heraus, immer häufiger wurde es plötzlich hinten gefährlich. Frankfurt belohnte sich am Beginn und am Ende der zweiten Halbzeit für die Bemühungen durch Treffer von Almamy Touré und dem agilen Filip Kostic.

Vor allem bei Tourés 1:0 war die Hintermannschaft überhaupt nicht auf dem Posten. "Wir haben den Rückraum beim Führungstreffer der Frankfurter nicht gut gedeckt", musste auch Linksverteidiger Marcel Halstenberg eingestehen. Und in der zweiten Halbzeit habe man gegen einen "physisch stark agierenden Gegner" zu wenig eigene Lösungen gefunden. Und am Ende 0:2 verloren.

Nagelsmann: "Die Entscheidung trifft jeder für sich!"

RB-Coach Julian Nagelsmann war nach der Niederlage ziemlich angefressen.
RB-Coach Julian Nagelsmann war nach der Niederlage ziemlich angefressen.  © Uwe Anspach/dpa

Gewohnt deutlich war das Resümee von Leipzigs Trainer.

Dass in der ersten Hälfte so viele Ein-Kontakt-Pässe gespielt wurden, wurmte Julian Nagelsmann. "Ich weiß nicht warum. Das geht mir ziemlich zwischen die Dinger zwischen meinen Beinen."

Das Problem des Auftretens, vor allem in den zweiten 45 Minuten sieht der jüngste Bundesliga-Trainer in der Trainingsarbeit unter der Woche. "Wir haben nicht viel Trainingszeit und ich finde, dass wir sie manchmal deutlich zu unengagiert und zu wenig nutzen", so Nagelsmann.

Bildlich gesprochen sei man "kurz vorm Gipfel. Es ist die Frage: Wollen wir das Gipfelkreuz erreichen oder bleiben wir kurz darunter stehen und genießen die schöne Aussicht..."

Sein Team sieht er nach wie vor "nicht auf einem Niveau mit Bayern München oder Dortmund - das muss jeder verstehen. Wenn wir ansatzweise dahin kommen wollen, geht das nur über Trainingszeit. Die, die wir haben, müssen wir etwas besser nutzen, als Bayern, Dortmund, Gladbach oder Schalke sie nutzt. Machen wir das nicht, entscheidet am Ende die Tagesform, Glück und unsere individuelle Qualität. Aber ob das fürs Gipfelkreuz reicht, weiß ich nicht."

Ein 11-gegen-11 auf dem Trainingsplatz am Cottaweg am Mittwoch habe offenbart, dass man "weit davon weg" sei, eine Spitzenmannschaft zu sein. "Wir sind nicht nur bei 80 Prozent, aber auch nicht bei 100. Die Entscheidung trifft jeder für sich: Will ich Gewinner sein oder will ich ein bisschen mitspielen und ein kleiner Gewinner sein. Die Entscheidung kann ich aber keinem abnehmen. Die müssen sie mir auch nicht sagen, weil ich die sehe und spüre."

Ein paar Tage Zeit hat Julian Nagelsmann jetzt, seinen Jungs in aller Deutlichkeit nochmals das zu vermitteln, was ihm wichtig ist. Nächsten Samstag kommt Borussia Mönchengladbach in die Red Bull Arena und könnte danach für einen Wechsel an der Tabellenspitze verantwortlich sein.

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0