Rangnick und Nagelsmann vor dem RB-/Hoffenheim-Duell: Es geht für beide um den Sieg

Leipzig/Zuzenhausen - Wenn am heutigen Montag RB Leipzig gegen die TSG Hoffenheim spielt, geht es für beide Clubs und vor allem deren Trainer Ralf Rangnick (60) und Julian Nagelsmann (31) nicht nur um die Champions-League-Teilnahme. Immerhin trifft dann auch der noch RB-Coach und Sportdirektor auf seinen Nachfolger. Vor dem Spiel sehen beide die Situation dennoch gelassen.

Ralf Rangnick trifft am heutigen Montag auf seinen Nachfolger als Trainer bei RB Leipzig.
Ralf Rangnick trifft am heutigen Montag auf seinen Nachfolger als Trainer bei RB Leipzig.  © DPA

Wenn Ralf Rangnick die künftige Zusammenarbeit mit Julian Nagelsmann beschreibt, fallen auch die Namen einiger ganz Großer im Trainergeschäft. Dabei geht es gar nicht um Titel, Trophäen und Erfolge. Es geht vielmehr um die Frage, wie zwei nach außen derart starke und meinungsfreudige Persönlichkeiten künftig reibungslos zusammenarbeiten wollen.

"Wenn Sie mal nachfragen, ob Jürgen Klopp, Thomas Tuchel oder Pep Guardiola, Carlo Ancelotti oder wie sie alle heißen, umgängliche Trainer für Spieler und Mitarbeiter sind, dann werden Sie vermutlich überall die gleiche Antwort kriegen", sagte RB Leipzigs Sportdirektor und Trainer Rangnick am Sonntag: "In aller Regel sind die richtig guten Trainer auch durchaus mal anstrengend und unbequem." Er selbst schließe sich da nicht aus.

Die Spekulationen über das künftige Arbeitsverhältnis des 60 Jahre alten Schwaben als dann nur noch Sportdirektor und des fast halb so alten (31) Bayern als Trainer ab dem 1. Juli kann Rangnick aber "überhaupt nicht" nachvollziehen. "Wir haben uns deswegen dahin entwickelt, wo wir jetzt sind, weil wir in jedem Fall für jede Position jeweils den Bestmöglichen gesucht haben. Wir haben nicht irgendjemanden gesucht, der sich möglichst harmonisch einreiht in den Mitarbeiterstab", erklärte Rangnick.

Dass es an diesem Montag (20.30 Uhr/Eurosport 2 und DAZN) zum dritten Mal in dieser Saison zum pikanten Duell des ehemaligen Hoffenheim-Coaches Rangnick mit dem designierten Leipziger Trainer Nagelsmann kommt, lässt beide eher kalt. "Nix Großartiges, Besonderes", sagt Nagelsmann.

Bei Rangnick klingt es nicht viel anders, allein die sportliche Situation ihrer Teams birgt für die beiden die Brisanz. Zweimal bereits verlor Nagelsmann das Duell mit Rangnick. Im DFB-Pokal flog Hoffenheim in Leipzig raus (0:2) und im Liga-Hinspiel setzte es ein 1:2.

RB Leipzig gegen die TSG Hoffenheim: "Wäre für beide Mannschaften gut zu gewinnen."

Julian Nagelsmann und der TSG Hoffenheim geht es bei dem Duell ebenso um die Champions League wie RB Leipzig.
Julian Nagelsmann und der TSG Hoffenheim geht es bei dem Duell ebenso um die Champions League wie RB Leipzig.  © DPA

Mit einer weiteren Niederlage würde die TSG den Anschluss an den Champions-League-Kandidaten verlieren. Trost für Nagelsmann: Mit einem Leipziger Sieg käme sein künftiger Arbeitgeber der europäischen Meisterklasse einen weiteren Schritt näher. Platz drei winkt sogar, vorbei an Borussia Mönchengladbach. Wenn Leipzig nächste Saison in der Königsklasse spiele, "und ich bin dabei, dann ist das eine schöne Sache", so Nagelsmann. Mit dem Erfolg von Leipzig habe er aber erst zu tun, "wenn ich da antrete."

Er will die Hoffenheimer unbedingt ein drittes Mal ins internationale Geschäft führen. Bei einer Niederlage geht es aber nur noch um die Europa League. "Die Tabelle zeigt, dass es für beide Mannschaften gut wäre zu gewinnen und das Spiel demnach sehr wichtig ist", sagt Rangnick.

Er entschied sich für den Noch-Gegner ganz bewusst. Leipzig habe auch Alternativen gehabt, genauso wie Nagelsmann, sagte Rangnick. "Ralf ist auch ein Grund, warum ich dorthin gehe", sagte Nagelsmann (TAG24 berichtete). "Wir werden uns sicher auch mal reiben. Dass man sich austauschen kann, ist das, was ich liebe. Nur so entwickelt man sich. Ich freue mich total auf die Zusammenarbeit, sie wird sehr, sehr gut", versicherte der Noch-Hoffenheim-Coach. "Zu sagen, wir wissen gar nicht, auf was wir uns da eingelassen haben, mit Verlaub: Das ist ein Stück weit eine Beleidigung unserer beider Intelligenz", erklärte Rangnick.

Auf der Leipziger Seite sprechen derzeit zwei Dinge für gute Chancen der Roten Bullen: Sowohl Emil Forsberg als auch Kevin Kampl haben zuletzt vollständig an den Mannschaftstrainings teilgenommen und sind Kandidaten für die Startelf. Gleichzeitig muss Rangnick jedoch weiterhin auf Amadou Haidara, Dayot Upamecano und Emile Smith Rowe verzichten.

Dass Rangnick und Nagelsmann durchaus gut miteinander können, bewiesen sie bereits bei ihren bisherigen Aufeinandertreffen.
Dass Rangnick und Nagelsmann durchaus gut miteinander können, bewiesen sie bereits bei ihren bisherigen Aufeinandertreffen.  © DPA

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