RB Leipzigs Nagelsmann nimmt sich Werner zur Brust: "Gibt Dinge, die wir besprechen werden"

Leipzig - Die Tabellenführung hat Borussia Mönchengladbach RB Leipzig in der Nachspielzeit gerade noch weggeschnappt. Mit dem 3:1-Erfolg über die TSG Hoffenheim konnten die Sachsen aber Platz zwei hinter den Fohlen festigen und den Vorsprung auf den FC Bayern auf starke sechs Punkte ausbauen. Man of the Match war einmal mehr Timo Werner, mit dem Trainer Julian Nagelsmann aber nicht zu 100 Prozent zufrieden war.

Julian Nagelsmann hat mit RB Leipzig Platz zwei gefestigt, liegt nach fünf Siegen in Serie weiterhin einen Punkt hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach.
Julian Nagelsmann hat mit RB Leipzig Platz zwei gefestigt, liegt nach fünf Siegen in Serie weiterhin einen Punkt hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach.  © Picture Point/R. Petzsche

Schon in der 11. Minute brachte der 23-Jährige die Red Bull Arena zum Ausrasten. Doch danach war etwas der Wurm drin. "Nach der Führung haben wir nicht mehr gut verteidigt", analysierte der Coach. "Wir sind in eine Zitterposition gefallen."

Einen "super Sahnetag" habe man zwar nicht, dafür aber mit 25:10 Torschüssen das deutliche Chancenplus auf seiner Seite gehabt. Und mit 3:1 Treffern hat man die drei Punkte schließlich auch unterm Strich verdient in Leipzig behalten.

Nationalstürmer Timo Werner hatte auch gegen Nagelsmanns Ex-Klub Bock zu knipsen, erzielte zwei der drei Tore. Es waren seine Bundesliga-Treffer 14 und 15. Vergleich: In der Vorsaison waren es in 30 Ligaspielen 16 Tore. Schon jetzt war er wettbewerbsübergreifend an 27 Buden direkt beteiligt - so viel, wie in der ganzen letzten Spielzeit 2018/19.

Trotz der eindrucksvollen Zahlen ist Werner noch nicht an seinem Maximum angekommen, ließ auch gegen Hoffenheim die ein oder andere Möglichkeit liegen. "Ich werte was mit ihm aus, aber nicht die vergebenen Torchancen", versicherte Nagelsmann. "Er hat seinen Job grundsätzlich erledigt. Es gibt aber - wie bei der ganzen Mannschaft - Dinge, die wir besprechen werden."

Schmunzelnd fügte er an, das man das in der "Sandwich-Methode" rüberbringe. "Erst sag ich 'super, die zwei Tore', dann gibt's paar kritische Worte und dann sag ich wieder 'super, die zwei Tore' und dann geht's nach vorne."

Dass RB durch Bayerns Last-Minute-Pleite in Mönchengladbach nun schon sechs Zähler vor den Münchnern steht, tangiert den Trainer eher weniger. "Bayern ist nach wie vor der Primus. Die sind in der Lage, eine Serie zu starten und auch mal keine Niederlage mehr zuzulassen."

Hannes Wolfs Überraschungs-Comeback: "Hab sehr lang darauf gewartet"

Timo Werner gelang gegen Hoffenheim ein Doppelpack, bei den letzten fünf Ligasiegen traf er ganze neunmal, hinzu kommen fünf Vorlagen.
Timo Werner gelang gegen Hoffenheim ein Doppelpack, bei den letzten fünf Ligasiegen traf er ganze neunmal, hinzu kommen fünf Vorlagen.  © Picture Point/R. Petzsche

Ein halbes Jahr Leidenszeit waren am Samstagnachmittag um 17.14 Uhr vorbei. Für die letzten Minuten wurde Hannes Wolf beim Stand von 3:0 für RB eingewechselt. Sechs Monate nach seinem bei der U21-EM erlittenen Knöchelbruch feierte er gegen Hoffenheim sein (überraschendes) Comeback.

Denn eigentlich spielte der Österreicher in den Planungen fürs Wochenende keine Rolle. Dann rutschte er doch in den Kader und bekam kurz vor Schluss ein paar Minuten Spielzeit.

"Ich hab sehr lang darauf gewartet und sehr viel dafür gearbeitet. Es hat gut getan, heute zurückzukommen", sagte der 20-Jährige nach der Partie. "Ich habe immer gehofft, dass wir das 3:0 machen, da habe ich meine Chancen höher eingeschätzt."

Nagelsmann brachte ihn und weiß, dass die Einwechslung für ihn emotional war.

Andere Auswechselspieler wie Amadou Haidara, Ademola Lookman oder Matheus Cunha "werden das verstehen", dass Wolf und nicht einer aus dem Trio gebracht wurde, hofft der Coach. "Das gibt ihm einen Schub für die nächsten Wochen und Monate."

Ein Bundesligaspiel sei im Gegensatz zum Training "schon sehr hart", aber: "Ich fühle mich gut und hoffe, dass das bis Ende des Jahres so bleibt. Ich brauch Spielpraxis, aber das ist nicht ganz so einfach bei den ganzen wichtigen Spielen, die wir haben. Ich werde weiterhin Gas geben, dass ich meine Chancen kriege."

Möglich, dass Hannes Wolf auch am Dienstag (21 Uhr/Sky) im abschließenden Champions-League-Gruppenspiel bei Olympique Lyon die erhoffte Spielpraxis bekommt. RB wäre mit einem Unentschieden sicher Gruppensieger. Das könnte den Franzosen ebenfalls fürs Achtelfinale reichen.

Hannes Wolf feierte gegen Hoffenheim nach halbjähriger Verletzungspause sein Comeback, lief nach seinem Wechsel erstmals für RB auf.
Hannes Wolf feierte gegen Hoffenheim nach halbjähriger Verletzungspause sein Comeback, lief nach seinem Wechsel erstmals für RB auf.  © imago images/Hartmut Bösener

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