RB Leipzig demütigt Union Berlin beim 4:0: "Hätte schlechter kommen können"

Berlin - Ein willensstarker Auftritt, vollkommen überforderte Gegenspieler und ein überragender Marcel Sabitzer (1 Tor, 3 Vorlagen) haben in dieser Kombination zu einem über 90 Minuten ungefährdet-klaren 4:0-Auftaktsieg von RB Leipzig am 1. Spieltag der Bundesliga geführt (TAG24 berichtete). Gegner und Liga-Neuling Union Berlin wurde komplett aus der Partie genommen, der Dreier hätte durchaus höher ausfallen können.

Konnte nach einem lockeren 4:0 bei Union sicher gut schlafen: RB Leipzigs neuer Trainer Julian Nagelsmann (32).
Konnte nach einem lockeren 4:0 bei Union sicher gut schlafen: RB Leipzigs neuer Trainer Julian Nagelsmann (32).  © Picture Point/Roger Petzsche

3:2 im DFB-Pokal in Osnabrück und 4:0 am gestrigen Sonntag bei Eisern Union. "Es hätte auf jeden Fall schlechter kommen können", sagte Leipzigs neuer Coach Julian Nagelsmann über die beiden Erfolge in seinen ersten Pflichtspielen. "Im Pokal haben wir noch ein bisschen mehr gezittert als heute", so der 32-Jährige bei Sky.

Aufgrund der "extremen Stimmung" - sowohl an der Bremer Brücke als auch an der Alten Försterei - seien es zwei durchaus schwere Auswärtsspiele gewesen - die die Sachsen am Ende für sich entscheiden konnten.

"Wir waren zweimal Favorit. Das ist eine Auszeichnung aus der Vergangenheit, aber das musst du auch in der Gegenwart beweisen. Heute haben wir das schon ganz gut bewiesen, dass wir Favorit waren."

Ausgerechnet direkt nach dem 15-minütigen Stimmungsboykott der Union-Ultras schlugen die Roten Bullen erstmals durch Marcel Halstenberg zu. Es folgten Treffer von Marcel Sabitzer, Timo Werner und von Joker Christopher Nkunku. Hinten sattelfest, nur Ibrahima Konaté musste einen eigenen Fehler ausbügeln. Macht in der Summe ein souveränes 4:0 samt Tabellenplatz zwei.

"Die Jungs sind immer noch mal in der Lage, ein paar Gänge hochzuschalten"

Auch Neuzugang Christopher Nkunku (l.) durfte als Joker nur vier Minuten nach seiner Einwechslung knipsen.
Auch Neuzugang Christopher Nkunku (l.) durfte als Joker nur vier Minuten nach seiner Einwechslung knipsen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Nach einer durchwachsenen Vorbereitung mit drei Niederlagen aus fünf Tests traute man den jungen Nagelsmännern vielleicht nicht gleich und so schnell eine so souveräne Leistung wie in Berlin-Köpenick zu. Freilich half der Gegner auch tatkräftig mit.

"Die Jungs sind immer noch mal in der Lage, ein paar Gänge hochzuschalten. Zudem bereitest du dich auf solche Gegner [in Pflichtspielen, Anm. d. Red.] vor, was du in Vorbereitungsspielen nicht machst. Da setzt du einfach nur den trainierten Inhalt um und reagierst nicht darauf, was der Gegner macht", so der zufriedene 32-Jährige.

Die einstudierten Automatismen waren beim FCU-Sieg nicht nur im Ansatz zu sehen. Klar wird sich RB auch mit härteren Gegnern während der Saison duellieren. Aber der Anfang scheint gemacht.

"Ich versuche, eine gewisse Spielaktivität im eigenen Ballbesitz und die Wachsamkeit zu haben für die Momente, wo wir den Ball verlieren", erklärte Julian Nagelsmann seine Wunschvorstellung. "Und wenn du in gewissen Phasen zu viel lange Bälle spielst, wird das Spielfeld groß und dann ist es oft ein Zufallsprodukt. Wenn du aktiv im Ballbesitz bist, bist du auch aktiv in den Momenten, wo den Ball mal verlierst."

Timo Werner mit gutem Auftritt: "Wollen, dass er länger bleibt"

Sorgte mit seinem satten 3:0 wieder für positive Schlagzeilen und lenkte zumindest kurzzeitig von seiner Vertragssituation ab: Timo Werner (M.), der sein Tor hier mit Marcel Halstenberg (l.) und Yussuf Poulsen feiert.
Sorgte mit seinem satten 3:0 wieder für positive Schlagzeilen und lenkte zumindest kurzzeitig von seiner Vertragssituation ab: Timo Werner (M.), der sein Tor hier mit Marcel Halstenberg (l.) und Yussuf Poulsen feiert.  © Picture Point/Roger Petzsche

Auch der in der Vorbereitung unauffällige Timo Werner brachte sich selbst durch schnelle Sprints, gute Laufwege und noch bessere Chancen wieder ins positive Gespräch.

"Er hat heute mehr Bälle bekommen. Da ist er mit anderen Offensivakteuren dann schon gefährlich", analysierte Nagelsmann, der natürlich will, dass der 23-jährige Stürmer über 2020 ein Roter Bulle bleibt. "Er ist ein wichtiger, guter Spieler, der in meinem Kopf absolut mein Spieler ist. Ich mache mir wenige bis gar keine Gedanken über die anderen Themen, die herumschwirren. Das kann man eh nicht beeinflussen."

Auf die Frage, ob die Chance auf eine Vertragsverlängerung besteht, antwortete sein Trainer trocken: "Solange er nirgendwo anders unterschreibt, besteht die Chance." Ein Wechsel noch in diesem Sommer zum FC Bayern scheint (auch durch die Verpflichtung von Philippe Coutinho) mittlerweile ausgeschlossen.

Stand jetzt wird der Nationalspieler seinen Vertrag erfüllen - und nächsten Sommer weiterziehen, ohne seinem Verein auch nur einen Cent einzuspielen. Und das ist sein gutes Recht.

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