3:1 nach 0:1! RB Leipzig baut Tabellenführung im Ost-Derby aus

Leipzig - RB Leipzig hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga ausgebaut. Am Samstag setzte sich der Herbstmeister gegen Union Berlin nach Rückstand noch mit 3:1 (0:1) durch und profitierte von Gladbachs Niederlage auf Schalke. Gegen den Aufsteiger trafen im Abendspiel in der mit 42.146 Zuschauern ausverkauften Red Bull Arena Timo Werner (51./83.) und Marcel Sabitzer (57.) nach Marius Bülters Führungstreffer aus der 10. Minute.

In der 31. Minute wurde Publikumsliebling Diego Demme (ehemalige Nummer 31, wechselte nach Neapel) mit einer Choreo verabschiedet.
In der 31. Minute wurde Publikumsliebling Diego Demme (ehemalige Nummer 31, wechselte nach Neapel) mit einer Choreo verabschiedet.  © Picture Point/R. Petzsche

Wettbewerbsübergreifend waren die Roten Bullen in den letzten zwölf Partien unbesiegt geblieben, was natürlich auch gegen die Eisernen so bleiben sollte.

Personell waren die Sachsen etwas gebeutelt, besonders in der Innenverteidigung rissen Kapitän Willi Orban und Ibrahima Konaté eine Lücke in die Mannschaft. Der abwanderungswillige Stefan Ilsanker soll daher höchstens bei einem adäquaten Ersatz noch abgegeben werden.

Mit Marcel Halstenberg, Marcel Sabitzer, Timo Werner und Christopher Nkunku standen alle Torschützen vom 4:0-Hinspielsieg in der Startelf.

Die Köpenicker kamen besser ins Spiel und gingen in der 10. Minute nach einem Leipziger Fehlpass durch Marius Bülter in Führung.

Doch wieder konnte RB durch eine deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang die Punkte durch Treffer von Timo Werner (51.) und Marcel Sabitzer (57.) daheim behalten. Werner machte in der 83. Minute den Sack zu und schoss auch sich damit auf Platz eins der Torjäger-Liste.

Die Sachsen bauten den Vorsprung an der Spitze vor Gladbach auf fünf Punkte aus. Der FC Bayern (Sonntag 15.30 Uhr bei Hertha BSC) kann die Fohlen bei einem Auswärtssieg überholen und den Rückstand auf RB auf vier Zähler verkürzen.

RB beginnt schwach - Bülter schiebt zur Halbzeitführung ein

Die einzig gute Torchance in der ersten Halbzeit nutzte Marius Bülter (l.) in der 10. Minute zur 1:0-Halbzeitführung für Union.
Die einzig gute Torchance in der ersten Halbzeit nutzte Marius Bülter (l.) in der 10. Minute zur 1:0-Halbzeitführung für Union.  © Picture Point/S. Sonntag

Nach dem Jahreswechsel ging es mit zwei Veränderungen in die Rückrunde. Nordi Mukiele und Marcel Sabitzer ersetzten Amadou Haidara (Bank) und den nach Neapel gewechselten Diego Demme. Zudem rutschten aufgrund der aktuellen Verletztenmisere die A-Jugendlichen Tom Krauß und Fabrice Hartmann in den Kader.

Der Herbstmeister hatte einen schweren Start ins Spiel. Im Aufbauspiel kam es aufgrund einer diszipliniert verteidigenden Union-Abwehr zu einigen Fehlpässen. Zunächst konnte sich RB keinen einzigen Torschuss herausspielen.

Ganz im Gegensatz zu den Gästen. Nach Robert Andrichs Distanzschuss (3.) landete der zweite Versuch schon drin. Vorausgegangen war ein Fehlpass von Halstenberg in der eigenen Hälfte, den Sebastian Andersson abfing, Lukas Klostermann tunnelte, auf den freien Bülter ablegte, der ins kurze Eck einschieben konnte - 0:1 (10.).

Aus Gästesicht wars das dann aber auch in Sachen Gefährlichkeit. Die Leipziger hatten weiter Probleme, doch mit fortlaufender Dauer taute das vereiste Angriffsspiel allmählich auf.

Erst scheiterte Patrick Schick nach tollem Pass von Adams an Keeper Rafal Gikiewicz (24.), ehe Neven Subotic nach Hereingabe von rechts vor Werner klärte (38.) und sich Klostermann und Upamecano nach erneut flachem Pass vom rechten Flügel in die Quere kamen und den Abschluss verpassten (39.).

Kurz vor dem Halbzeitpfiff zog Mukiele scharf von halbrechts ab, der Ball rauschte an Werner und am langen Pfosten vorbei. Es blieb vorerst beim 0:1.

Unglücksrabe Bülter, Nutznießer Werner, Akrobat Sabitzer

Eine verunglückte Klärungsaktion des vorherigen Torschützen Maris Bülter nahm Timo Werner (l.) Volley und traf wuchtig zum Ausgleich. Der Nationalspieler traf später auch zum 3:1-Endstand.
Eine verunglückte Klärungsaktion des vorherigen Torschützen Maris Bülter nahm Timo Werner (l.) Volley und traf wuchtig zum Ausgleich. Der Nationalspieler traf später auch zum 3:1-Endstand.  © Picture Point/S. Sonntag

Zum dritten Mal lag RB in dieser Bundesliga-Saison zurück, bisher konnten sie die Rückstände aufholen (3:3 in Dortmund, 3:1 gegen Augsburg). Es sollte auch am Samstagabend so werden.

Erst staubte Werner wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff sehenswert und wichtig ab, nachdem Torschütze Bülter ganz ungünstig quer vors Tor "klären" wollte - 1:1 (51.). Der Nationalspieler hatte fünf Minuten später im Vollsprint das 2:1 auf dem Fuß, scheiterte aber an Gikiewicz (56.).

Kurz darauf drehten die Hausherren die Partie aber. Nach einer Ecke landete die Kugel nach einem Kopfball von Subotic gegen Upamecano bei Sabitzer, der akrobatisch aus zwei Metern den Fuß hochriss und den Ball über Gikiewicz' Fingerspitzen zum 2:1 für RB in den Kasten spitzelte - 2:1 (57.).

Die Begegnung wurde zum Ende hin noch mal ordentlich ruppig, letztlich fehlte Union aber die spielerische Klasse, hier nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.

In der 83. Minute machte Werner den Deckel drauf und schoss sich mit nun 20 Treffern an Robert Lewandowski (19) vorbei auf Rang eins der Torjäger-Liste.

Am kommenden Samstag steht das erste Auswärtsspiel der Rückrunde für die Bullen an, dann geht es zur Frankfurter Eintracht. Anstoß in der Commerzbank Arena ist 15.30 Uhr.

Da kommt der Frust aus der ersten Halbzeit durch: Nach dem 2:1 von Marcel Sabitzer (2.v.l.) holten sich die Spieler den Jubel der Fans ab.
Da kommt der Frust aus der ersten Halbzeit durch: Nach dem 2:1 von Marcel Sabitzer (2.v.l.) holten sich die Spieler den Jubel der Fans ab.  © Picture Point/S. Sonntag

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