RB Leipzig vermasselt Unions Bundesliga-Premiere und siegt im Ost-Duell locker

Berlin - Zum Auftakt der Saison 2019/20 hat RB Leipzig direkt die ersten drei Punkte eingefahren - und das absolut locker. Die Roten Bullen konnten sich bei Bundesliga-Neuling 1. FC Union Berlin im Sonntagabendspiel mit 4:0 (3:0) durchsetzen. Marcel Halstenberg (16.), Marcel Sabitzer (31.), Timo Werner (41.) und Christopher Nkunku (69.) waren vor 22.467 Zuschauern im Köpenicker Stadion An der Alten Försterei erfolgreich. Damit sind die Sachsen hinter dem BVB (5:1 gegen Augsburg) direkt mal Zweiter.

Ende der ersten Halbzeit hatte es begonnen, ein wenig zu regnen. Die Leipziger Offensivflamme erlosch deshalb aber nicht.
Ende der ersten Halbzeit hatte es begonnen, ein wenig zu regnen. Die Leipziger Offensivflamme erlosch deshalb aber nicht.  © Picture Point/R. Petzsche

Die Euphorie war riesig im Berliner Südosten. Erstmals in der 53-jährigen Vereinsgeschichte konnte der FCU als insgesamt 56. Klub den Sprung in die Beletage des deutschen Fußballs schaffen. Dass aber ausgerechnet RB Leipzig der Auftaktgegner war, erzürnte einen Teil der Fans, die einen 15-minütigen Stimmungsboykott ankündigten und durchführten. Als dieser ablief, legte RB los.

Die Brust bei Eisern Union war nach dem 6:0-Pokalsieg in Halberstadt eigentlich breit, doch die Bullen waren es, die durch Marcel Halstenberg in der 16. Minute in Führung gingen.

Nachdem ein Tor von Lukas Klostermann (23.) wegen eines vorangegangenen Handspiels von Yussuf Poulsen zurecht aberkannt wurde, erhöhte der herausragende Marcel Sabitzer freistehend zum 2:0 (31.). Vor der Halbzeit war auch Timo Werner noch erfolgreich, traf zum 3:0-Halbzeitstand (41.).

Schon in der 49. hätten Werner, Sabitzer und Diego Demme alles klar machen können, vergaben die Vorentscheidung. Die gelang dann Joker und Bundesliga-Debütant Christopher Nkunku, der (mal wieder freistehend) locker zum 4:0 einschieben konnte.

RB knackt Union nach Ablauf des Stimmungs-Boykotts

Schon in den ersten 45 Minuten spielten sich die Roten Bullen eine komfortable 3:0-Halbzeitführung heraus.
Schon in den ersten 45 Minuten spielten sich die Roten Bullen eine komfortable 3:0-Halbzeitführung heraus.  © dpa/Andreas Gora

Nach dem 3:2-Sieg im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück tauschte Leipzigs neuer Trainer Julian Nagelsmann auf drei Positionen: Für Yvon Mvogo, Konrad Laimer und Christopher Nkunku (alle Bank) begannen Stammkeeper Péter Gulácsi sowie die zuletzt angeschlagenen Marcel Halstenberg und Kevin Kampl.

Der Neuling machte es in der Anfangsphase sehr geschickt, stellte die Gegner früh zu, war präsent in den Zweikämpfen und zwang die Gäste oft zu langen Bällen, die Nagelsmann eigentlich vermindern wollte.

Doch RB sollte die erste gefährliche Situation gleich zum Tor nutzen. Klostermann machte das Spiel schnell über rechts. Sabitzer sah links den komplett blanken Namensvetter Halstenberg, der noch einen Haken schlug und locker halbhoch zum 1:0 traf (16.).

Wenige Minuten später klingelte es schon wieder. Nach einer scharfen Hereingabe bekam Poulsen den Ball an den Arm. Klostermanns Tor zählte nicht (23.).

Dann machten sie aber auch ein reguläres rein: Nach einem riskanten Abschlag von FCU-Schlussmann Rafal Gikiewicz verlor Christopher Trimmel den Ball an Timo Werner, der zu Halstenberg ablegte. Der Linksverteidiger fand Sabitzer, der ungedeckt zum 2:0 traf (31.).

Nachdem Poulsen eine weitere Großchance in Form eines Lupfers ausließ (33.), gab's aber noch mal Grund zum Jubeln. Nach einem Einwurf gab Sabitzer an Werner, der die Lücke in der Abwehr fand und den Ball eiskalt zum 3:0-Halbzeitstand ins Netz jagte.

Urs Fischer wechselt offensiv - Joker Nkunku sticht fix und macht alles klar

Der Champions-League-Teilnehmer fuhr mit einem lockeren 4:0 zurück nach Leipzig.
Der Champions-League-Teilnehmer fuhr mit einem lockeren 4:0 zurück nach Leipzig.  © dpa/Andreas Gora

In der Halbzeitpause machte sich Unions Aufstiegstrainer Urs Fischer Gedanken, wie die Partie noch gerettet werden kann. Er nahm Mittelfeldspieler Christian Gentner raus und brachte Stürmer Anthony Ujah.

Zunächst sollte sich das Geschehene aber nicht ändern. Die Abwehrspieler des Hauptstadtklubs waren in einer Vielzahl an Situationen zu weit von ihren Gegnern, wodurch es RB leicht hatte, Räume zu finden und zu nutzen.

Allein in der 49. Minute vergaben so Werner, Sabitzer und Diego Demme Chancen aufs endgültig entscheidende 4:0.

Wenn der Bundesliga-Neuling mal nach vorn kam, standen die Abwehrbullen meist sattelfest. Und selbst ein Fehler von Ibrahima Konaté wurde vom Franzosen selbst gegen Sebastian Andersson egalisiert (56.).

Nagelsmann verhalf Christopher Nkunku in der 65. Minute zu seinem Bundesliga-Debüt. Vier Minuten später war er bereits erfolgreich. Ein Seitenwechsel auf den (natürlich freien) Halstenberg reichte aus, um Union auseinanderzunehmen. Er flankte nach rechts, wo Sabitzer per Kopf vor den Kasten legte. Poulsen verpasste, doch hinten stand der Franzose blitzeblank - 4:0 (69.).

Der Stimmung tat der eindeutige Spielstand übrigens keinen Abbruch. Die heimischen Fans feierten ihre Mannschaft, als würden hier souverän vorn liegen.

Die Roten Bullen müssen nach dem lockeren Match auch am 2. Spieltag am nächsten Wochenende am Sonntag ran. Ab 15.30 Uhr ist die Frankfurter Eintracht zu Gast in der Red Bull Arena. Union ist bereits am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg zu Gast.

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