Blick in die Kabine von RB Leipzig: Standing Ovations für Halstenberg

Leipzig - Das tat gut, das war wichtig und das konnte sich auch endlich mal wieder sehen lassen: RB Leipzigs 2:0-Heimsieg am Mittwochabend gegen den VfB Stuttgart war ein wichtiger fürs gesamte Team. Nicht nur, dass man in der Tabelle einen ordentlich Satz nach vorn machen konnte. Auch einige Rückkehrer zeigten wieder, wozu sie in der Lage sind.

Fiel ein dicker Stein vom Herzen: RB-Trainer Ralf Rangnick freute sich sichtlich über den 2:0-Befreiungsschlag gegen den VfB Stuttgart.
Fiel ein dicker Stein vom Herzen: RB-Trainer Ralf Rangnick freute sich sichtlich über den 2:0-Befreiungsschlag gegen den VfB Stuttgart.  © DPA

Ralf Rangnick sprach nach dem Befreiungsschlag samt Sprung auf Rang acht von einem "hochverdienten" Sieg und der bislang besten Saisonleistung. Kapitän Willi Orbans Führungstreffer zu einem psychologisch äußerst günstigen Zeitpunkt (45.+1 Minute) wurde durch Jean-Kevin Augustins 2:0 in der 80. Minute gekrönt.

Vor allem der Dreier ohne Gegentor war für die Roten Bullen wichtig, gelang es in den vier Bundesligaspielen davor doch nicht. "Endlich haben wir mal zu null gespielt", freute sich Rangnick.

Es scheint tatsächlich ein Ruck durch die Mannschaft gegangen zu sein, denn jeder Einzelne haute alles rein, rannte jedem Ball hinterher und setzte sich für seinen Mitspieler ein.

Die wohl schönste Geschichte der Partie: Nach einem knappen Dreivierteljahr feierte Marcel Halstenberg nach Kreuzbandriss sein Startelf-Comeback. "Am Anfang hatte ich einige Schwierigkeiten", musste der Linksverteidiger zugeben. Aber er war nach 90 Minuten "überglücklich, dass es so gut gelaufen ist."

Auch sein Coach hatte einige lobende Worte übrig. "Seine Leistung ist besonders erwähnenswert. Er hat von der Mannschaft in der Kabine auch Standing Ovations bekommen", ließ der 60-Jährige einen privaten Einblick fernab der Kameras zu. Zu feiern gibt's sogar noch mehr: Halstenberg wird am heutigen Donnerstag 26 Jahre alt. Glückwunsch!

Und was war mit Timo Werner?

Sein Tor wurde wegen Abseits zurückgenommen: Timo Werner blieb gegen seinen Ex-Verein glücklos und ohne (regulären) Treffer.
Sein Tor wurde wegen Abseits zurückgenommen: Timo Werner blieb gegen seinen Ex-Verein glücklos und ohne (regulären) Treffer.  © Picture Point/R. Petzsche

Einen Pechvogel gab es dann aber doch noch.

Timo Werner, 14 Jahre lang beim VfB Stuttgart auf Torjagd gewesen und nun in seiner dritten Saison in Leipzig, lief auch gegen seinen Ex-Verein seiner Topleistung hinterher.

Zwar war er agil nach vorn, gab fast ein Drittel aller RB-Schüsse (6 von 19) ab, rannte sich aber viel zu häufig fest und auch im Abschluss war er - wie so oft in dieser Spielzeit - glücklos. So passte es dann auch ins Bild, dass sein Treffer zum vermeintlichen 2:0 in der 53. Minute von Schiedsrichter Robert Schröder (erster Bundesliga-Einsatz) nach Hinweis von Video-Assistent Günter Perl zurückgenommen wurde.

Erneut haben die Sachsen nun nur zwei Tage Zeit zur Regeneration und Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ist RB dann bei der TSG Hoffenheim um den kommenden Trainer Julian Nagelsmann zu Gast. Dann könnte Marcelo Saracchi (muskuläre Probleme) zurückkehren und Halstenberg ersetzen. Lukas Klostermanns Knieverletzung ist dagegen langwieriger, ein Einsatz kommt wohl frühestens nächste Woche Sonntag (18 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Nürnberg in Frage.

Zwei auffällige Rückkehrer: Marcel Halstenberg (2.v.l.) feierte nach Kreuzbandriss sein Startelf-Comeback, Jean-Kevin Augustin (2.v.r.) stand nach disziplinarischer Suspendierung wieder im Kader und erzielte als Joker den 2:0-Endstand.
Zwei auffällige Rückkehrer: Marcel Halstenberg (2.v.l.) feierte nach Kreuzbandriss sein Startelf-Comeback, Jean-Kevin Augustin (2.v.r.) stand nach disziplinarischer Suspendierung wieder im Kader und erzielte als Joker den 2:0-Endstand.  © Picture Point/R. Petzsche

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