RB Leipzig zwischen Wolfsburg-Jubel und Werner-Frust

Leipzig - 21:6 Abschlüsse, 9:3 Ecken, 2:0 Tore: RB Leipzig hat nach dem nächsten starken Auftritt gegen den VfL Wolfsburg in der Bundesliga die Champions-League-Qualifikation fest im Blick. Eine Serie von zuletzt vier Ligasiegen, insgesamt elf nacheinander ungeschlagen. Wer soll den Sachsen die Königsklasse noch streitig machen? Vielleicht ja Gladbach am kommenden Wochenende!

Wird RB Leipzig nach der Saison wohl gen München verlassen: Nationalstürmer Timo Werner.
Wird RB Leipzig nach der Saison wohl gen München verlassen: Nationalstürmer Timo Werner.  © Picture Point

1:0 auf Schalke, 5:0 gegen Hertha, 4:2 in Leverkusen, 2:0 gegen Wolfsburg, dazwischen noch der 2:1-Pokalerfolg in Augsburg: In dieser Form kann den Leipzigern aktuell wohl kein Team mehr gefährlich werden. Außer Borussia Mönchengladbach, die bereits im Topspiel am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) die Chance haben, im direkten Duell den Rückstand auf RB auf nur noch vier Punkte zu verkürzen.

Doch zunächst zurück nach Wolfsburg. Wieder war's eine Dreier-Abwehrkette, die Ralf Rangnick gegen das Team des scheidenden Coaches Bruno Labbadia aufgeboten hatte. Wieso eigentlich? "Weil wir in der zweiten Halbzeit in Leverkusen ein richtig gutes Spiel gemacht haben." Beim 4:2 spielte der 60-Jährige in den zweiten 45 Minuten ebenfalls in diesem System.

In der Abwehr habe es sein Team "fantastisch gemacht. Wir haben wenig zugelassen. Das Einzige, was man bemängeln kann: es hätten ein paar Tore mehr fallen können", so Rangnick. Die Wölfe hatten es zum Ende hin vor allem Keeper Pavao Pervan (31) zu verdanken, nicht noch ein drittes, viertes oder fünftes Gegentor zu kassieren.

Werner trifft und geht ab sofort offiziell auf Abschiedstour

Nach seinem Treffer zum 2:0, seinem 14. in der Bundesliga, feierte Werner mit Teamkollege Marcel Sabitzer (l.).
Nach seinem Treffer zum 2:0, seinem 14. in der Bundesliga, feierte Werner mit Teamkollege Marcel Sabitzer (l.).  © Jan Woitas/dpa

Der laut Rangnick "klasse Auftritt" und "hochverdiente Sieg" geriet aber angesichts eines Interviews des RB-Geschäftsführers in der Halbzeitpause etwas ins Hintertreffen.

Es ging - wie so oft in den letzten Wochen - um Timo Werner. Verlängert und bleibt er oder sucht er eine neue sportliche Herausforderung (in München)?

"Wir wollen bekanntermaßen mit ihm verlängern", stellte Oliver Mintzlaff klar. "Aber er hat uns signalisiert, dass er eher nicht verlängern möchte", so der 43-Jährige. Erstmals gibt die Leipziger Führungsetage also bekannt, dass der deutsche Nationalstürmer seinen im Sommer 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte (TAG24 berichtete).

Schon seit Weihnachten lag Werner der unterschriftsreife und deutlich höher dotierte Vertragsentwurf vor. Sein Signum setzte er bislang nicht darunter. Und wird dies wohl auch bis zum Sommer nicht tun. Somit wird er die Bullen bereits nach dieser Saison verlassen. Denn Ralf Rangnick hat mehrfach mit Nachdruck erklärt, dass man mit dem 23-Jährigen nicht in ein letztes Vertragsjahr geht und er 2020 ablösefrei wechseln kann. Nun scheint die Situation geklärt, auch wenn sich Mintzlaff kämpferisch gibt und die Gespräche nach dem Saisonende noch einmal aufnehmen will. Werners Weg wird höchstwahrscheinlich zum FC Bayern führen.

Die Leipziger wissen nun, woran sie bei ihrem derzeit zweiterfolgreichsten Stürmer sind. Nun wartet kommenden Samstag das wichtigste Spiel auf den letzten Metern. "In Gladbach wird ein ganz wichtiges Spiel. Wenn wir dort so auftreten, wie gegen Leverkusen und Wolfsburg und dort tatsächlich den nächsten Auswärtssieg landen, dann lege ich mich fest, sind wir so gut wie sicher drin", sagte Rangnick mit Blick auf die Champions League. Und Kevin Kampl, dem gegen Wolfsburg ein sehenswerter Treffer gelang, will "so früh wie möglich den Sack zu machen und uns für die Champions League qualifizieren - es gibt nichts Schöneres!"

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