"Da ist noch mehr drin!" RB Leipzig und der Traum vom Pokalfinale in Berlin

Leipzig - RB Leipzig hat am Mittwochabend bewiesen, dass man nach nicht einmal zehn Jahren schon Geschichte schreiben kann. Auch wenn es nur um die eigene, zugegeben kurze Vereinshistorie geht: Immerhin haben die Sachsen zum ersten mal das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Die Jungs haben aktuell ordentlich Selbstvertrauen - und reden schon vom Finale in Berlin!

Nach einem temporeichen Auftritt und einem 1:0-Erfolg gegen Wolfsburg holten sich die RB-Kicker von den 21.135 Zuschauern den verdienten Applaus ab.
Nach einem temporeichen Auftritt und einem 1:0-Erfolg gegen Wolfsburg holten sich die RB-Kicker von den 21.135 Zuschauern den verdienten Applaus ab.  © Picture Point

Ein "absolut überzeugendes Spiel gegen den Ball" hat Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick von seiner Mannschaft gesehen. "Wir haben im Moment die beste Phase gegen den Ball", so der 60-Jährige nach dem 1:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg.

21:6 Torschüsse sprachen am Ende eine deutliche Sprache. Doch der weitgehend souveräne Auftritt der Sachsen war auch von der mangelnden Chancenverwertung geprägt. "Das ist im Pokal zu verschmerzen", sagte Rangnick mit Blick aufs Weiterkommen.

Die einzige richtig gefährliche Aktion für die Wölfe hatte Renato Steffen, der in der 15. Minute am glänzenden Péter Gulácsi scheiterte. Rangnick: "Das war fantastisch gehalten!" Dass der ungarische Nationaltorhüter überhaupt zwischen den Pfosten stehen konnte, war alles andere als sicher. "Die Chance, dass ich spielen konnte, war nicht groß", so Gulácsi. Beim 3:0-Erfolg in Hannover am vergangenen Freitag wurde er in der Halbzeit mit muskulären Problem ausgewechselt. Dass der 28-Jährige wieder voll auf der Höhe war, zeigte sich gegen Wolfsburg schnell. "Ich habe in der ersten Halbzeit einen schönen Sprint gemacht. Da wusste ich, dass alles passt", schmunzelte Gulácsi.

Kapitän Orban und der Traum von Berlin

Kapitän Willi Orban (l.) denkt schon weiter: "Wenn wir weiter so stabil stehen und spielen, haben wir die Chance, nach Berlin zu fahren."
Kapitän Willi Orban (l.) denkt schon weiter: "Wenn wir weiter so stabil stehen und spielen, haben wir die Chance, nach Berlin zu fahren."  © Picture Point

Mit Siegtorschütze Matheus Cunha ("bestes Spiel für uns"), dem erneut sicheren Winter-Neuzugang Tyler Adams ("wirkt nicht so, als wäre erst drei Wochen bei uns") und einem sich Woche für Woche steigernden Konrad Laimer ("habe ich so stark noch nicht gesehen") hob der Coach drei Akteure aus dem starken Gesamtkollektiv besonders hervor.

Doch auch die rechte Seite um Lukas Klostermann und Marcel Sabitzer wirbelte ständig durch die Wolfsburger Abwehr und trieb die Gäste in den Wahnsinn. Das 2:0 war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Doch es fiel nicht und so blieb es bis zuletzt hochspannend.

Die Kugel mit der Aufschrift "RB Leipzig" samt Logo wandert also zur Auslosung des Pokal-Viertelfinals am Sonntag (18.15 Uhr/ARD) mit in den Lostopf. Noch zwei Erfolge, dann würden die Roten Bullen sogar erstmals das Endspiel erreichen. Und anstatt - wie so oft - von Spiel zu Spiel zu denken, denkt Leipzigs Kapitän schon mal weiter. "Ich glaube, dass dieses Jahr noch mehr drin ist. Wenn wir weiter so stabil stehen und spielen, haben wir die Chance, nach Berlin zu fahren", sagte Willi Orban.

Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht aber erst mal ein wichtiges Ligaspiel auf dem Programm. Mit Eintracht Frankfurt kommt der Fünfte und somit Tabellennachbar in die Red Bull Arena. Die nordsächsische Brust wird jetzt jedenfalls schon mal breiter: "Es ist derzeit schwer, an uns vorbeizukommen", zeigt sich Ralf Rangnick bereit für den Kampf um die Champions League.

Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick erreichte mit RB Leipzig erstmals das DFB-Pokal-Viertelfinale.
Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick erreichte mit RB Leipzig erstmals das DFB-Pokal-Viertelfinale.  © DPA

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