Ärger über RB Leipzigs Hand-Tor bei Pokal-Gala: "Wird in der Bundesliga abgepfiffen"

Wolfsburg - "Wir haben gezeigt, dass es das alte Leipzig noch gibt", sagte Emil Forsberg nach RB Leipzigs glasklarem 6:1-Erfolg in der zweiten DFB-Pokalrunde beim VfL Wolfsburg (TAG24 berichtete). Ein Timo Werner in Bestform, erstmals in dieser Saison geschlagene Wölfe und Ärger über ein möglicherweise spielentscheidendes Handspiel waren die Geschichten des Pokalabends am Mittwoch.

Matchwinner Timo Werner (r.) erzielte einen Doppelpack und bereitete zwei weitere Treffer vor.
Matchwinner Timo Werner (r.) erzielte einen Doppelpack und bereitete zwei weitere Treffer vor.  © Picture Point

Von Julian Nagelsmann dürften nach den Resultaten der letzten Wochen einige Brocken an Last abgefallen sein. Mit einem 6:1 sorgte er in einem der beiden Topspiele für den höchsten Sieg der 2. Runde. Und das ausgerechnet beim VfL Wolfsburg, der zuvor keines seiner 13 Pflichtspiele in dieser Saison verloren hatte.

"Ich bin sehr froh und stolz, was die Jungs gemacht haben nach den nicht so guten Ergebnissen in der Liga", sagte ein zufriedener RB-Coach. "Wir hatten heute - im Gegensatz zu Freiburg oder Lyon - die Momente auf unserer Seite." Die Partien gegen den SCF (1:2) und die Franzosen (0:2) hätten die Sachsen gewinnen müssen, scheiterten aber an Unentschlossenheit, mangelnder Chancenverwertung und individuellen Fehlern.

Anders die Situation in Wolfsburg. Nach einem Pingpong-Eigentor des Gastgebers in der ersten Halbzeit war es der VfL, der nach dem Seitenwechsel den Druck spürbar erhöhte und auf den Ausgleich drängte.

Genau in dieser Drangphase fiel Leipzigs 2:0. Es war die erste Chance in der zweiten Halbzeit, die Marcel Sabitzer nach schönem Direktpassspiel verwertete. Es folgten weitere drei Treffer in den nächsten 13 Minuten. Nach zwei Vorlagen vergoldete Timo Werner als Gesicht der Galavorstellung die Pokalparty mit einem Doppelpack.

Schiedsrichter Zwayer greift bei Handspiel vor entscheidendem 3:0 nicht ein

Schiedsrichter Felix Zwayer (r.) musste Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner erklären, weshalb er das Handspiel von Yussuf Poulsen nicht abgepfiffen hat.
Schiedsrichter Felix Zwayer (r.) musste Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner erklären, weshalb er das Handspiel von Yussuf Poulsen nicht abgepfiffen hat.  © Picture Point

Ärger gab es auf Seiten des VfL vor allem wegen einer möglicherweise sträflichen Aktion, die das entscheidende 3:0 für RB einleitete.

Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst schoss seinen Gegenspieler Yussuf Poulsen in der 58. Minute aus kurzer Entfernung an dessen weit weg vom Körper gehaltenen Arm.

Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) stand wenige Meter daneben, hatte somit gute Sicht und ließ weiterlaufen. Der Pokalfinalist schaltete schnell um, Konrad Laimer spielte auf den freien Werner, der vor Pavao Pervans Kasten noch quer auf Forsberg legte. Der Schwede schob locker ein. Einen Video-Referee gibt es erst ab dem Achtelfinale.

Selbst Leipzigs Trainer hätte die Aktion seines Angreifers geahndet. "In der Bundesliga wird der abgepfiffen aufgrund der aktuellen Regellage", sagte Nagelsmann. Und VfL-Coach Oliver Glasner hatte deshalb Redebedarf mit Zwayer. "Der Schiedsrichter hatte es ja gesehen, für ihn war es nicht strafbar und auch nicht ursächlich für das Gegentor. Das hat er wohl anders gesehen, wie wir alle. Von dem Niederschlag haben wir uns dann nicht mehr erholt."

Im Gegenteil: RB traf anschließend noch dreimal, nur Weghorst gelang noch der Ehrentreffer kurz vor dem Abpfiff. Im bereits vierten Pokalduell gehen die Sachsen damit zum dritten Mal als Sieger vom Platz. Erst in der letzten Saison setzte man sich - damals im Achtelfinale - 1:0 gegen die Wölfe durch. Am Ende führte der Weg bis ins Endspiel, in dem es ein 0:3 gegen die Bayern gab.

Die Roten Bullen fahren mit breiter Brust zurück nach Leipzig und wollen den Schwung für die kommenden drei Spiele in sieben Tagen mitnehmen.

Übrigens: Kapitän Willi Orban, der in Durchgang eins verletzt vom Feld musste, hat sich offenbar eine Meniskusverletzung zugezogen. Eine genaue Diagnose folgt im Laufe des Donnerstags nach einer MRT-Untersuchung. Mit Stefan Ilsanker (erster Einsatz der Saison) kam ein würdiger Vertreter, der laut Nagelsmann ein "herzerfrischendes" Spiel ablieferte. "Er hat sich garantiert nicht ins Abseits gespielt mit der Leistung."

Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den FSV Mainz 05 könnte der 40-fache österreichische Nationalspieler wieder zusammen mit Dayot Upamecano das Innenverteidiger-Duo bilden, da auch Ibrahima Konaté noch passen muss.

UPDATE, 14.30 Uhr: RB Leipzig teilte via Twitter mit, dass sich Kapitän Willi Orban in Wolfsburg eine Kniereizung zugezogen hat und etwa zwei Wochen ausfällt. Somit sind Einsätze gegen Mainz, in Sankt Petersburg und bei der Hertha wohl ausgeschlossen.

Stefan Ilsanker (30) absolvierte nach der verletzungsbedingten Auswechslung Willi Orbans in seinem ersten Einsatz der Saison ein souveränes Spiel, sah nur beim Wolfsburger Ehrentreffer nicht gut aus. Samstag gegen Mainz könnte er in die Stammelf rücken.
Stefan Ilsanker (30) absolvierte nach der verletzungsbedingten Auswechslung Willi Orbans in seinem ersten Einsatz der Saison ein souveränes Spiel, sah nur beim Wolfsburger Ehrentreffer nicht gut aus. Samstag gegen Mainz könnte er in die Stammelf rücken.  © Picture Point/R. Petzsche
Julian Nagelsmanns Jungs haben sich mit einem 6:1 in Wolfsburg aus der kleinen Ergebniskrise geschossen.
Julian Nagelsmanns Jungs haben sich mit einem 6:1 in Wolfsburg aus der kleinen Ergebniskrise geschossen.  © Picture Point

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