RB Leipzig: Meisterlich träumende Bullen und Alarmstufe Rot bei Werder

Leipzig - Seit vier langen Spielen wartete Timo Werner auf einen Treffer, ebenso lang konnte sein Verein RB Leipzig nicht mehr gewinnen. Während sich Werners Durststrecke verlängerte, meldeten sich die Sachsen beim 3:0 gegen Bremen souverän im Meisterkampf zurück. Gleichzeitig leuchten die grün-weißen Alarmglocken mittlerweile feuerrot.

Beendete die vier Pflichtspiele andauernde Durststrecke: RB-Trainer Julian Nagelsmann (32).
Beendete die vier Pflichtspiele andauernde Durststrecke: RB-Trainer Julian Nagelsmann (32).  © picture point/Sven Sonntag

Wie im Vorfeld von den Meisten erwartet, ging das Duell der beiden jüngsten Bundesliga-Trainer an das kleinste Küken: Julian Nagelsmann (32). Erstmals in dieser Saison blieben die Roten Bullen in zwei aufeinanderfolgenden Ligapartien ohne Gegentor. Wichtig fürs Selbstvertrauen vor dem wichtigen K.o.-Spiel am Mittwoch bei Mourinho-Klub Tottenham in der Champions League.

Mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft gegen Florian Kohfeldts (37) Kellerklub auftrat, war Nagelsmann "zufrieden", obwohl der Ball zu oft im gegnerischen Strafraum verloren ging und er zu oft auf dem Flügel gehalten wurde. "Wir waren aber immer gefährlich!" Dennoch: "Das war kein extremes Feuerwerk und kein Spiel, das man sich im Nachgang noch dreimal anschaut."

Besonders erfreut zeigte sich Stylo Julian im roten Nike-Jogginganzug über die ersten beiden Treffer, die jeweils nach ruhenden Bällen fielen. Eigentlich nicht Leipzigs Paradedisziplin.

"Ich bin glücklich, dass wir endlich mal wieder gute Standards getreten haben und dadurch ein Spiel auch mal wieder in unsere Richtung kippen lassen - das gehört auch dazu, wenn du oben mitspielen willst", sagte der 32-Jährige.

Die Spanier waren's!

Patrik Schick (l.) war mit einem Tor und einer Vorlage Matchwinner gegen Bremen. Auf Dayot Upamecano (r.) muss RB wegen einer Gelbsperre am Mittwoch in Tottenham verzichten.
Patrik Schick (l.) war mit einem Tor und einer Vorlage Matchwinner gegen Bremen. Auf Dayot Upamecano (r.) muss RB wegen einer Gelbsperre am Mittwoch in Tottenham verzichten.  © Picture Point/Roger Petzsche

Erst legte nach einem punktgenauen Angelino-Freistoß Patrik Schick quer aus fünf Metern auf Lukas Klostermann (1:0/18. Minute), bevor nach Eckball von Dani Olmo Schick nach Schubser an Milos Veljkovic frei zum Kopfball hochsteigen und einnicken konnte (2:0/39.).

Nach dem 3:0 durch Nordi Mukiele in Stürmermanier, 32 Sekunden nach Wiederbeginn, plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin. Viele Chancen hatte RB nicht mehr. Bremen aber erst recht nicht.

Vielmehr konnte Julian Nagelsmann vor allem durch die Einwechslung von Ethan Ampadu "ein bisschen was für Mittwoch testen".

Dann muss Stammverteidiger Dayot Upamecano (21, Gelbsperre) ersetzt werden. Vielleicht durch den 19-jährigen Waliser? "Er hat es ganz ordentlich gemacht und ist eine Option."

Achte Pleite im neunten Spiel in Folge: Kohfeldt bekommt weiter Rückendeckung

Verpasste den Befreiungsschlag: Werders derzeit glückloser aber mit Rückendeckung ausgestatteter Coach Florian Kohfeldt (37).
Verpasste den Befreiungsschlag: Werders derzeit glückloser aber mit Rückendeckung ausgestatteter Coach Florian Kohfeldt (37).  © Robert Michael/dpa

Andere Vereine hätten nach den Bremer Horrorwochen vermutlich schon längst die Reißleine gezogen: Von den letzten neun Ligapartien verlor Florian Kohfeldt satte acht mit insgesamt 3:23 Toren. Kurze Hoffnung brachte nur der Pokaltriumph gegen den BVB.

Der 37-Jährige ärgerte sich über den "verdienten" Leipziger Heimsieg. "Wie er zustande kam, war für uns etwas ärgerlich, weil ich die erste Halbzeit weitestgehend in Ordnung fand."

Das 0:3 aus Werder-Sicht, als ein langer hoher Ball von Konrad Laimer hinter die Bremer Abwehrreihe zu Mukiele kam, "hat auch was mit Aufmerksamkeit zu tun", mahnte Kohfeldt seine Verteidigung. "Danach war das Spiel vorbei."

Allmählich dürften dem Trainer die Argumente für eine Weiterbeschäftigung ausgehen. Dennoch ist er sich sicher: "Die Truppe ist nicht ratlos und schon mal gar nicht aufgebend."

Auch Sportchef Frank Baumann (44) glaubt weiter an den Umschwung, stärkt Kohfeldt unermüdlich den Rücken. Zwar komme irgendwann der Tag, an dem er nicht mehr Übungsleiter ist, man sei aber der vollen Überzeugung, "dass dieser Tag in der nächsten Zeit nicht gekommen sein wird."

RB hingegen hat nur zwei volle Tage Zeit, sich auf den kommenden, großen Gegner vorzubereiten. Die Bullen sind am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zu Gast beim vergangenen Finalisten Tottenham Hotspur.

"Die Jungs freuen sich sehr auf Mittwoch. Natürlich würden wir gern auch noch eine Runde weiterkommen", sagte Julian Nagelsmann, der in der April 2019 eröffneten und 62.000 Zuschauer fassenden neuen Spurs-Heimspielstätte auf eine "gesunde Kopflosigkeit" seines Teams hofft.

Dinge, über die sich sein Kollege in Bremen bei Weitem keine Gedanken machen muss.

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