Hat der Asyl-Brandbrief der Chemnitzer OB was gebracht?

Hat gut Lachen: Die Reaktionen auf den Brandbrief der Chemnitzer OB Barbara Ludwig (53, SPD) fielen überwiegend positiv aus.
Hat gut Lachen: Die Reaktionen auf den Brandbrief der Chemnitzer OB Barbara Ludwig (53, SPD) fielen überwiegend positiv aus.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Der Brandbrief von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (53, SPD) hat übers Wochenende für heftige Diskussionen unter den Politikern in Chemnitz und Sachsen gesorgt. Von Zustimmung bis vereinzelte Ablehnung ist alles dabei.

Der SPD-Parteikollege, Chemnitzer Fraktions-Chef und Bundestagsabgeordnete Detlef Müller (51) sagte: „Der Brief ist richtig, klar und deutlich. Und jetzt auch zur rechten Zeit - nachdem festzustehen scheint, dass der Freistaat 600 Flüchtlinge in einem ehemaligen Baumarkt einpferchen will.

Brandschutz, WC, Duschen? Fehlanzeige. Es ist ein sächsisches Trauerspiel.“

Auch Susanne Schaper (37), die für die Linken im Landtag und als Fraktionsvorsitzende im Chemnitzer Stadtrat sitzt, unterstützt die OB: „Die Planlosigkeit der Landesregierung ist unübersehbar. Wir brauchen Lösungen im Sinne der Flüchtlinge und der Bürger.“

"Daumen hoch" gab es unter anderem von den Kollegen Susanne Schaper (37, Linke) und Detlef Müller (51, ebenfalls SPD).
"Daumen hoch" gab es unter anderem von den Kollegen Susanne Schaper (37, Linke) und Detlef Müller (51, ebenfalls SPD).

Für die Grünen äußerte sich Petra Zais (58): „Wann nehmen bei der Staatsregierung endlich fähige Entscheider die Zügel in die Hand? Das Innenministerium muss aufhören, immer wieder den Unmut der Kommunen zu provozieren.“

Auch aus dem konservativen Lager kommt Beifall. Carsten Hütter (51) sitzt für die AfD im Landtag und im Innenausschuss: „Es ist lobenswert, auch im Sinne der Asylbewerber, sich um dezentrale Unterbringung zu bemühen. Die Empörung der OB ist verständlich. Mit Baumärkten als Lösung hat die Politik komplett versagt.“

Harsche Kritik an OB Ludwig kam hingegen von CDU-Mann Peter Wilhelm Patt (55): „Die Bewertung der Unterbringung im Baumarkt ist unqualifiziert, da sich die Frau OB nicht mit den Gegebenheiten und Umbauten auseinandergesetzt hat.

Die undifferenzierte Schelte ist erbärmlich.“

Fotos: Maik Börner, Ernesto Uhlmann, Heinz Patzig


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