Gareth Bale stichelt nach Länderspiel gegen Real Madrid: Provokation oder Scherz?

Cardiff - Am Dienstag löste die Nationalmannschaft von Wales das EM-Ticket für das Turnier im kommenden Sommer. Nach dem 2:0 über Ungarn feierte das Team um Superstar Gareth Bale auf dem Rasen ausgelassen. Nach der Partie kam es zu einem Vorfall, der für die einen wohl Grund zum schmunzeln, für die anderen eher eine massive Provokation war.

Yes! Bale und Ramsey feiern das 1:0 gegen Ungarn.
Yes! Bale und Ramsey feiern das 1:0 gegen Ungarn.  © Nick Potts/PA Wire/dpa

Ein doppelter Aaron Ramsey reicht den Walisern in Cardiff zum Einzug in die Europameisterschafts-Endrunde. Als Zweitplatzierter hinter Vize-Weltmeister Kroatien geht es für "die Drachen" ins nächste Sommer-Abenteuer.

Einer, der zumindest auf Klubebene so gut wie alles gesehen, erlebt und erreicht hat, steht nach diesem Spiel jedoch einmal mehr im Mittelpunkt - und das auch einmal mehr wegen einem Nebenschauplatz: Superstar Gareth Bale.

Der Waliser ist ein mindestens genauso eigener Charakter wie besonderer Fußballer. Bei seinem Verein Real Madrid unter Trainer Zinedine Zidane in Ungnade gefallen, wird seit Monaten von einem Abschied des 30-Jährigen einstigen Rekordablöse-Spielers der Königlichen gesprochen.

Doch Bale blieb bis heute in Madrid, zum Unmut seines Trainers, wenngleich er aufgrund von einer angespannten Personallage gerade zu Beginn der Saison fast schon dankbar gewesen sein dürfte, dass sich sämtliche mögliche Wechsel im Sommer zerschlugen.

Nun war Bale also für sein Land aktiv und machte in einem Herzschlagfinale um Platz zwei in der EM-Quali-Gruppe E alles perfekt. Im Überschwang des Jubels kam es dann zum Hingucker des Abends.

"Wales. Golf. Madrid - in dieser Reihenfolge": verhöhnt Gareth Bale hier seinen Klub

Zweckehe, wenn überhaupt: Gareth Bale und Zinedine Zidane.
Zweckehe, wenn überhaupt: Gareth Bale und Zinedine Zidane.  © Paul White/AP/dpa

Die Waliser hielten die walisische Flagge hoch mit der Aufschrift "Wales. Golf. Madrid - in that order" (zu deutsch: Wales.Golf.Madrid - in dieser Reihenfolge).

Der Fingerzeig dabei ist klar. Bale ist mit der Art und Weise wie mit ihm in Madrid umgegangen wird mehr als unzufrieden. Von den spanischen Medien und auch innerhalb der Truppe wird Bale häufig nur noch "der Golfer" genannt.

Hintergrund hierfür ist die Passion des Walisers für den Golfsport. In seiner Freizeit steht er fast immer auf dem Fairway. Trainer Zidane will und wollte ihn gerne loswerden, war genervt von seinem Spieler. Doch dieser schaltete auf Durchzug, schlug viele Offerten von selbst aus, oft auch, weil keiner bereit war, sein galaktisches Real-Gehalt nur ansatzweise zu zahlen.

Das Fass zum Überlaufen brachte letztlich wohl auch eine Aussage Bales im Sommer, als er sagte, dass wenn man ihm seine 17 Millionen für die Jahre bis 2022 nicht zahlen würde, bliebe er "und wenn ich Golf spielen muss, werde ich es tun".

Und er hielt Wort. Bale ist nach wie vor in der spanischen Hauptstadt, blickt in diese Saison auf sieben Pflichtspiele mit je zwei Treffern und Vorlagen zurück.

Nun diese Provokation. Für die einen ein Scherz, für alle Madrilenen wohl eher eine weitere Schmach. Der sich inmitten der Waliser Spielertraube kaputtlachende Bale tanzt den "Los Blancos" also weiter auf der Nase herum.

Mal sehen, ob es für dieses Verhalten eine vereinsinterne Sanktion geben wird.

Mehr zum Thema Fußball International:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0