Krise bei Real Madrid! Darum wackelt Zinedine Zidane

Madrid - International läuft es bei Real Madrid nicht! Der spanische Spitzenverein konnte noch kein Spiel in der laufenden Saison der Königsklasse gewinnen und stehen bereits mächtig unter Druck - gerade Trainer Zinedine Zidane.

Zinedine Zidane steht nach dem Champions-League-Fehlstart von Real Madrid bereits mächtig unter Druck.
Zinedine Zidane steht nach dem Champions-League-Fehlstart von Real Madrid bereits mächtig unter Druck.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Denn das ist nichts anderes als der schlechteste Champions-League-Start in der Geschichte Reals!

Kurioser Fakt am Rande: Madrid hat in der spanischen LaLiga noch nicht ein Spiel verloren und steht mit 15 Punkten und einem Torverhältnis von 12:6 an der Tabellenspitze.

Doch die Auftritte in der Königsklasse trüben diese Bilanz extrem: Denn auf ein 0:3 beim FC Paris Saint-Germain folgte nun ein 2:2 im heimischen Santiago Bernabeu gegen den belgischen Vertreter FC Brügge.

Dabei holte Real zwar einen 0:2-Rückstand noch auf und war am Ende drauf und dran, die Partie noch zu gewinnen, der Auftritt überzeugte aber dennoch nicht. Dazu waren die Gäste ab der 84. Minute in Unterzahl.

Mit diesem einen kümmerlichen Punkt und einem Torverhältnis von 2:5 steht Madrid auf dem letzten Platz der Gruppe A - noch hinter Galatasaray Istanbul.

Gegen den türkischen Traditionsverein müssen nun zwei Siege in Folge her, ansonsten steht Real schon frühzeitig vor dem Aus!

Real Madrids Keeper Thibaut Courtois und Mittelfeldmann Lucas Vazquez von eigenen Fans ausgepfiffen

Real-Keeper Thibaut Courtois (r.) durchlebt die schwierigste Phase seiner Karriere: Gegen Brügge wurde er von den eigenen Anhängern ausgepfiffen.
Real-Keeper Thibaut Courtois (r.) durchlebt die schwierigste Phase seiner Karriere: Gegen Brügge wurde er von den eigenen Anhängern ausgepfiffen.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Zusätzlich gibt es Unruhe im Verein. Die Fans pfiffen Keeper Thibaut Courtois und Lucas Vazquez gnadenlos aus.

Doch diese beiden zu Sündenböcken zu machen, ist aber schlichtweg falsch, auch wenn die spanische Zeitung "AS" schreibt, dass der belgische Nationaltorwart "ganz unten" angekommen sei.

Er wurde in der Halbzeitpause gegen Neuzugang Alphonse Areola ausgewechselt. Offiziell wegen Magenproblemen.

Zidane sagte dazu kurz angebunden: "Courtois ging es schlecht."

Auch von diesen Baustellen abgesehen ist auffällig, wie oft sich die Startruppe selbst schwächt. Ein schlimmer individueller Aussetzer (Luka Modric) und schlafmütziges Hinterherlaufen (Sergio Ramos) sorgten am Dienstag dafür, dass man erneut einem Rückstand hinterherlaufen musste, was naturgemäß kräftezehrend ist.

Oft fehlt Real auch der unbedingte Wille und die Gier, ein Tor zu schießen. Seit Cristiano Ronaldo weg ist, gehen dem Team diese Eigenschaften ab. Daran konnte auch "Zizou" bislang nichts ändern, auch wenn er den Verein nach der durchwachsenen Vorsaison wieder stabilisieren konnte.

Real Madrid liefert zu wenige wirklich überzeugende Spiele ab

Real-Kapitän Sergio Ramos und seine Königlichen wurden nach dem 2:2 gegen den FC Brügge kritisiert.
Real-Kapitän Sergio Ramos und seine Königlichen wurden nach dem 2:2 gegen den FC Brügge kritisiert.  © Bruno Fahy/BELGA/dpa

Doch die individuelle Klasse von Spielern wie Toni Kroos, Karim Benzema, Eden Hazard und Gareth Bale ist zu herausragend und die Akteure zu teuer, um sich mit Mittelmaß zufriedenzugeben.

Die Ansprüche bei den Königlichen sind nun mal besonders hoch. Das macht es für die Aktiven momentan noch schwieriger.

Denn das Zusammenspiel der Kicker funktioniert nicht mehr so gut, wie man es aus der Vergangenheit kannte, wo dreimal in Folge die Champions League gewonnen wurde. Das fällt auch bei den Leistungen in der Primera Division auf.

Aus sieben Begegnungen holte Real 15 Punkte. Erst wurde 3:1 bei Celta Vigo gewonnen, dann aber daheim nur 1:1 gegen Real Valladolid gespielt, ehe mit einem 2:2 beim FC Villareal ein weiteres Unentschieden folgte. Auch beim 3:2-Heimerfolg gegen UD Levante tat sich Real nach klarer 3:0-Führung erstaunlich schwer und holte den Gegner wieder zurück ins Spiel, sodass es am Ende nochmal eng wurde.

Nach der PSG-Pleite zeigte die Mannschaft aber eine Reaktion. Der FC Sevilla wurde im Spitzenspiel mit 1:0 bezwungen, anschließend folgte ein 2:0 gegen CA Osasuna und ein 0:0 im Derby gegen Atlético Madrid. Nun also das nächste Remis, das Zidane und Real mächtig unter Zugzwang setzt.

Im Top-Spiel am Samstag (16 Uhr) gegen den überraschenden Tabellenzweiten FC Granada muss nun endlich mal ein überzeugender Auftritt her. Ansonsten dürften die kritischen Stimmen rund um das Santiago Bernabeu noch lauter werden.

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