Top-Klub Real Madrid steckt in der Krise: Coach Zidane im Kreuzfeuer der Kritik!

Madrid - Bei Real Madrid brennt es an allen Ecken und Enden. Nach einer dürftigen letzten Saison sollte die kommende wieder königlich werden. Doch bislang folgt ein Negativ-Erlebnis auf das Nächste.

Während des Duels zwischen Real und Atletico kam es zu hitzigen Szenen. Carvajal und Diego Costa wurde beide vom Platz gestellt.
Während des Duels zwischen Real und Atletico kam es zu hitzigen Szenen. Carvajal und Diego Costa wurde beide vom Platz gestellt.  © William Volcov/ZUMA Wire/dpa

Der Umbruch in Madrid stockt gewaltig. Neuzugänge für 303 Millionen Euro, mit Eden Hazard gar einen geholt, den wohl ganz Fußball-Europa gerne in seinen Reihen gehabt hätte. Doch bislang stottert der Real-Motor bedenklich.

Auf der Marketing-Reise in Amerika war man nicht wirklich erfolgreich - aus sportlicher Sicht. Bisher gab es drei Test-Begegnungen. Zunächst verlor man in Houston gegen den FC Bayern mit 3:1. Drei Tage später gewann man gegen den FC Arsenal nach einen mühevollen 2:2 in den ersten 90 Minuten mit Ach und Krach 5:4 im Elfmeterschießen.

Eine absolute Demontage gab es dann den Stadt-Rivalen Atletico.

Gegen die "Rojiblancos" lag man zwischenzeitlich 6:0 (!) zurück, ehe man das totale Debakel noch halbwegs abfedern konnte und sich letztlich "nur" mit 7:3 geschlagen geben musste. Wenn dieses Spiel eines offenbarte: Die Nerven in Madrid liegen blank.

In der 65. Minute flog Daniel Carvajal nach einer Rangelei gemeinsam mit Atletico-Heißsporn und Vierfach-Torschütze Diego Costa mit glatt Rot vom Platz.

Kroos in der Kritik, Problemherd Gareth Bale

Toni Kroos gegen Bayerns Renato Sanches im Testspiel in Houston. Auch der deutsche Nationalspieler steht in der Kritik.
Toni Kroos gegen Bayerns Renato Sanches im Testspiel in Houston. Auch der deutsche Nationalspieler steht in der Kritik.  © Trask Smith/CSM via ZUMA Wire/dpa

Sportlich läuft es nicht, Trainer Zinédine Zidane wird medial schon angezählt und sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, den Umbruch nicht rasch und vor allem konsequent genug zu vollführen. "Nach dieser Schande müssen Köpfe rollen", titelte gar die ansässige spanische Zeitung "AS".

Neben dem 47-jährigen Trainer wird auch Toni Kroos scharf attackiert: "Nach einer schwachen Saison wurde er auch noch mit einer Vertragsverlängerung prämiert, aber der Deutsche spielt weiter wie gelangweilt", schreibt die Zeitung. Toni Kroos (29) gilt als einer der Lieblinge des Franzosen.

Neben den spielerischen Problemen, scheint der Verein auch in Nebenkriegsschauplätzen zu versinken. Auch daran ist Trainer Zidane nicht ganz unschuldig.

Zunächst das große Bale-Problem: Der Waliser soll mit allen Mitteln gehen, "Zizou" sagte gar, es sei besser "wenn er schon morgen ginge".

Ein Abnehmer findet sich jedoch nicht für den 30-Jährigen. Der China-Wechsel zu Jiangsu Suning ist geplatzt - auch weil die Chinesen neben dem üppigen Gehalt des Walisers nicht auf die hohen Ablöseforderungen der Madrilenen eingegangen sind.

Man entschied sich in Fernost folglich für die deutlich kostengünstigere Variante Ivan Santini (30) vom RSC Anderlecht.

Muss James bei Real bleiben?

James und Zidane - das hat nie wirklich gepasst. Unter Umständen müssen sich beide in der kommenden Saison miteinander arrangieren.
James und Zidane - das hat nie wirklich gepasst. Unter Umständen müssen sich beide in der kommenden Saison miteinander arrangieren.  © EPA/JUAN CARLOS HIDALGO

Nächste Baustelle ist der Wechsel von James Rodríguez. Der 28-jährige Kolumbianer ist ebenfalls nicht gewollt von Zidane. Nach zwei Jahren auf Leih-Basis beim FC Bayern München, kehrte James nun wieder zu den Königlichen zurück - Zizou machte aber sofort deutlich, dass er nicht mit James plane.

Dieser hat indes heftig mit dem SSC Neapel geflirtet. Zuletzt hatte sich jedoch ein Wechsel zu Real-Rivalen Atletico angedeutet. Nachdem sich aber Marco Asensio (23) im Test gegen Arsenal vergangene Woche das Kreuzband gerissen hatte und vorerst ausfällt, muss James wohl nun doch bleiben.

Eine Situation, die keiner Partei wirklich schmecken würde.

Die Königlichen treten heute und morgen beim Audi-Cup in München an. Mit dabei sind neben dem Gastgeber Bayern München auch die Tottenham Hotspurs sowie Fenerbahçe Istanbul. Weitere sportliche Demontagen sollten tunlichst vermieden werden.

Die wechselwilligen Stars James Rodriguez und Gereth Bale sind übrigens nicht mit nach München gereist.

Was Zinédine Zidane momentan sieht, ist alles andere als königlich.
Was Zinédine Zidane momentan sieht, ist alles andere als königlich.  © ./kyodo/dpa

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