Nach Wahl-Desaster: Konservative Realisten-Partei löst sich selbst auf

Prag - Die tschechische Realisten Partei "realiste" löst sich nach zweieinhalb Jahren auf. Anfang vom Ende war eine peinliche Wahlschlappe von vor zwei Jahren für die konservative Partei.

Peter Robejsek (m.) gründete die Partei erst vor zweieinhalb Jahren. Nun ist schon wieder Schluss.
Peter Robejsek (m.) gründete die Partei erst vor zweieinhalb Jahren. Nun ist schon wieder Schluss.  © Screenshot/realiste Homepage https://realiste.webn

Sie wollten frischen Wind in die Parteienlandschaft in Tschechien bringen, doch nun haben sich die konservativen Realisten nach zweieinhalb Jahren selbst aufgelöst. Das berichteten Zeitungen in Prag am Dienstag.

Der Gründer der Partei, die auf Tschechisch "realiste" hieß, war der seit Jahrzehnten in Hamburg lebende Politologe Peter Robejsek. Er hatte von 1998 bis 2007 das dortige Internationale Institut für Politik und Wirtschaft - Haus Rissen - geleitet.

Als Grund für die Auflösung wurden die ausbleibenden Erfolge genannt. Bei den Parlamentswahlen vor zwei Jahren erzielte die Partei nur 0,71 Prozent der Stimmen, obwohl sie sich 20 Prozent als Ziel gesetzt hatte.

Die Realisten wollten für nationale Interessen, Sicherheit und die Bedeutung der Familie stehen.

Das konservative Parteienspektrum in Tschechien ist seit Jahren stark zersplittert. Neben den Christdemokraten (KDU-CSL) buhlen auch die Bürgermeisterpartei STAN, die traditionsorientierte TOP09 sowie die Bürgerdemokraten (ODS) um die Gunst des bürgerlichen Lagers. Alle vier sind derzeit in der Opposition.

Es regiert eine Koalition aus der liberal-populistischen ANO des Multimilliardärs Andrej Babis und der sozialdemokratischen CSSD, die von den Kommunisten geduldet wird.

Das war's dann wohl - die Realiste macht dicht. (Symbolbild)
Das war's dann wohl - die Realiste macht dicht. (Symbolbild)  © EPA/FILIP SINGER

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