Falsche Zeit an der Tafel: Diesen Schülern droht der Supergau

Schüler der Realschule Heepen hatten 30 Minuten mehr Zeit als die anderen Zehntklässler in NRW. (Symbolbild)
Schüler der Realschule Heepen hatten 30 Minuten mehr Zeit als die anderen Zehntklässler in NRW. (Symbolbild)

Bielefeld - In NRW wird derzeit viel über die zu schwere Englisch-Abschlussprüfung diskutiert. Jetzt schockiert alle ein Vorfall an der Realschule Heepen in Bielefeld rund um die Deutsch-Prüfung. Schülern droht die doppelte Nachprüfung.

115 Heeper Realschüler erleben einen herben Nackenschlag. Erst heißt es, dass die Englisch-Abschlussprüfung viel zu schwer gewesen sei und nun verpatzt ein Lehrer die Zeitvorgabe in der nächsten Klausur.

Die Schüler hatten von ihrem Lehrer 30 Minuten mehr Zeit bekommen, als alle anderen Zehntklässler in Nordrhein-Westfalen. Wie groß der Vorteil ist, den die Heeper hatten, darüber beraten Juristen bei der Bezirksregierung in Detmold, so die Neue Westfälische.

Sollte das Ergebnis so ausfallen, dass die Bielefelder einen klaren Vorteil gehabt hatten, müsse die Prüfung nochmals abgelegt werden. Am Ende wohl nicht die gesamte Klausur, aber der größere Teil.

Der Schulleiter Klaus Schweter habe wohl sichtlich angespannt auf Anfrage der Zeitung von einem "Worst-Case-Szenario" gesprochen, sollten die Zehner beide Fächer erneut schreiben müssen.

Der Vater eines Schülers warf dem Schulleiter vor: "Da müssen ja wohl mehrere Lehrer gleichzeitig geschlafen haben." Schweter widerspricht dem verärgerten Mann: "Am Anfang hat ein Lehrer die Zeitvorgabe an die Tafel geschrieben – und die war leider um 30 Minuten zu lang."

Ein Lehrer soll versehentlich eine falsche Zeit auf die Tafel geschrieben haben. (Symbolbild)
Ein Lehrer soll versehentlich eine falsche Zeit auf die Tafel geschrieben haben. (Symbolbild)  © DPA

Die anderen Kollegen hätten die Zeit blind übernommen und so sei der Fehler unterlaufen. "Die prüfen Ideen, wie eine Wiederholung vermieden werden kann", erklärte der Direktor den weiteren Prozess in Detmold.

Der Vater sei zudem mächtig über eine anschließende Durchsage verstimmt: "Da wurde vom Schulleiter gesagt, dass Eltern und Schüler das für sich behalten sollten – und es nicht an die Zeitung weitergegeben werden sollte."

"Das ist doch wohl die Krönung – es scheint ja der Ruf der Schule wichtiger zu sein als die betroffenen Schüler", sagte der Vater weiter. Besonders viele Mädchen haben reihenweise Wein-Anfälle bekommen, als sie von der möglichen Doppelprüfung erfahren haben.

Allerdings streitet der Schulleiter Klaus Schweter eine solche Durchsage ab. "Es ist ein unglaublicher Unfug, der da so erzählt wird – davon stimmt nichts." Schweter: "Ich habe niemanden aufgefordert, nichts zu erzählen. Ich weiß nicht, wer so etwas gehört haben will."

Seine Aufgabe bestehe jetzt darin, "die Sache mit dem geringsten Aufwand für die Schüler zu heilen." Jedoch stecken die Jugendliche momentan unter echtem Stress: Am Dienstag geht es mit Mathe weiter und nächste Woche sind Nachschreibetermine.

"Es ist vollkommen klar, dass die Schüler nun zusätzlichen Stress haben – das ist alles äußerst unglücklich", erklärte Klaus Schweter der NW. Er habe sich längst bei allen entschuldigt und hofft nun darauf, dass die beiden Fächer nicht nachgeschrieben werden müssten.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0