Vermisste Rebecca (15): Darum soll diese Spur den Schwager nicht überführen

Berlin - Auch mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden von Rebecca (15) aus Berlin fehlt von ihr jede Spur. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse. Am Montag wurde der verdächtige Schwager Florian R. (27) erneut verhaftet, dann fanden sich Haare von Rebecca im Kofferraum. Dennoch stellt sich die Familie weiter schützend vor den 27-Jährigen.

Kriminaltechniker der Berliner Polizei untersuchen das Haus der Schwester der verschwundenen 15-jährigen Rebecca.
Kriminaltechniker der Berliner Polizei untersuchen das Haus der Schwester der verschwundenen 15-jährigen Rebecca.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Im Familienauto, zuletzt benutzt von Rebeccas Schwager sowie von ihrer Schwester Jessica, fanden sich Haare von Rebecca sowie Faserspuren, die möglicherweise der verschwundenen Fleece-Decke oder Rebeccas Jacke zuzuordnen sind (TAG24 berichtete).

Zum Zeitpunkt des Verschwindens soll Jessica mit dem Auto unterwegs gewesen sein. Der Schwager, der wohl keinen Zugriff auf das Auto gehabt habe, verstrickte sich weiterhin in einer widersprüchlichen Aussage.

Während er nach eigenen Angaben bereits geschlafen haben soll, habe er laut Informationen der "Bild"-Zeitung aus Ermittlerkreisen zu diesem Zeitpunkt noch WhatsApp-Nachrichten verschickt und empfangen.

Rebeccas Mutter verteidigt weiterhin vehement ihren Schwiegersohn. Gegenüber Bild machte sie nun einen Erklärungsversuch, was es mit den Haaren und Faserspuren auf sich habe: "Die Tochter von Jessica wollte noch am Vortag mit Rebecca im Auto spielen, als sie vom Spielplatz kam. Die Fleece-Decke war auf zig Ausflügen mit den Kindern dabei, die reist immer umher."

Zuvor hatte sich Rebeccas Familie bereits schützend vor den Mann der ältesten Schwester Jessica gestellt, der schnell in den Fokus geriet, mit dem Verschwinden zu tun zu haben.

Auf Instagram hatte sich Rebeccas zweitälteste Schwester Vivien (23) daraufhin mit der Bitte an die Öffentlichkeit gewandt, den Mann in Ruhe zu lassen. Am Montag veröffentlichte die 23-Jährige einen Screenshot, das Textauszüge von Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention zeigt. Diese bezieht sich auf die Gewährleistung der strafrechtlichen Unschuldsvermutung.

Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass Rebecca getötet wurde. "Da es nach wie vor keinerlei Lebenszeichen von der Vermissten gibt, ist inzwischen davon auszugehen, dass Rebecca Opfer eines Tötungsdeliktes wurde. Sie konnte bislang nicht aufgefunden werden", hieß es bereits in einer Mitteilung am Freitag

Bis Dienstagmorgen sind insgesamt 348 Hinweise eingegangen, wie eine Sprecherin mitteilte.

Der Schwager der vermissten Rebecca sitzt in der JVA Moabit in Untersuchungshaft und schweigt weiter zu den Vorwürfen.

Mona Lorenz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, gibt ein kurzes Statement zu dem Fall Rebecca im Kriminalgericht Moabit.
Mona Lorenz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, gibt ein kurzes Statement zu dem Fall Rebecca im Kriminalgericht Moabit.  © Annette Riedl/dpa

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