Vermisste Rebecca: Schwager nicht mehr "dringend tatverdächtig"

Berlin - Der Fall bleib ein Rätsel. Seit mittlerweile einem Jahr fehlt von der inzwischen 16-jährigen Rebecca Reusch aus Berlin jede Spur. Die Schülerin hatte die Nacht zum 18. Februar 2019 bei einer älteren Schwester verbracht, wollte von dort am nächsten Morgen in die Schule, kam dort aber nie an!

Wochenlang suchte die Polizei intensiv nach der vermissten Rebecca.
Wochenlang suchte die Polizei intensiv nach der vermissten Rebecca.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa, Polizei Berlin

Auch ein Jahr später fehlt von der Teenagerin weiterhin jedes Lebenszeichen, dennoch glaubt ihre Mutter fest daran, dass ihre Tochter noch am Leben sei. "Natürlich kann sie auch tot sein, aber dieses Gefühl habe ich nicht", sagte sie dem Sender RTL.

Ihre Vermutung: Rebecca wurde entführt! "Jetzt ist es ein Jahr vorbei, man hat nichts gefunden. Und ich denke, sie ist wirklich eingesperrt." Die Familie leide nach wie vor sehr unter dem Verlust und trauere jeden Tag. "Mit dem Tod könnte ich umgehen, aber die Ungewissheit, das ist furchtbar."

Die Polizei geht schon länger davon aus, dass die Schülerin das Haus nicht mehr lebend verließ. Im Visier der Ermittler: der Schwager. Mehrere Indizien sprechen gegen ihn:

Er war mit Rebecca allein im Haus, soll laut Handydaten nicht wie behauptet geschlafen haben und konnte die beiden Fahrten am Vormittag und am nächsten Tag nach Brandenburg nicht erklären.

Schwager bleibt im Visier der Polizei

Mit Flugblättern wird nach der vermissten Schülerin gesucht.
Mit Flugblättern wird nach der vermissten Schülerin gesucht.

Zwischenzeitlich saß er gar in Untersuchungshaft, wurde aus Mangel an Beweisen aber wieder freigelassen. Auch großangelegte Suchaktionen der Polizei blieben ohne Erfolg. Die Ermittler fanden trotz über 2000 Hinweisen weder eine Spur zu ihrer Leiche noch zu Rebecca.

Die Familie glaubt ohnehin nicht, dass der Schwager etwas mit dem Verschwinden zu tun haben könnte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. "Auch wenn die Polizei davon fest überzeugt war, stand das für uns nie zur Debatte. Und steht nicht zur Debatte", beteuert die Schwester mit Blick auf ihren Ehemann bei RTL.

Bei der Polizei sieht das anders aus. Sie führen den 27-Jährigen weiterhin als Verdächtigen. "Da ist nichts hinzugekommen. Deswegen ist auch der dringende Tatverdacht nicht mehr vorhanden derzeit", erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Dringender Verdacht ist die Voraussetzung für einen Haftbefehl und Untersuchungshaft.

Steltner betonte aber weiter: "Der Mann ist nach wie vor in Verdacht, es gibt keinen anderen Verdächtigen derzeit. Aber das heißt nicht, dass wir nur in eine Richtung ermitteln. Im Gegenteil, wir ermitteln selbstverständlich, wie es unsere Pflicht ist, in alle Richtungen."

Obwohl die Polizei weiterhin auf den Durchbruch wartet, ist der Fall noch weit entfernt zum sogenannten Cold Case zu werden.

Titelfoto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa, Polizei Berlin

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