Rebecca Reusch seit fast zehn Monaten vermisst: "Gib uns die Leiche"

Berlin - Seit nun zehn Monaten fehlt von der inzwischen 16-jährigen Rebecca Reusch aus Berlin jede Spur. Während die Polizei schon länger davon ausgeht, dass die Schülerin Opfer eines Verbrechens geworden ist, hofft die Familie weiter auf ein Lebenszeichen. Nun steht das erste Weihnachtsfest ohne ihre geliebte Tochter bevor.

Rebecca gilt seit dem 18. Februar als vermisst.
Rebecca gilt seit dem 18. Februar als vermisst.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa, Polizei Berlin

Das fällt in diesem Jahr allerdings bescheiden aus, wie ihr Mutter Brigitte Reusch im RTL-Interview erklärte. "Wir haben draußen keine Lichter, wir machen nur zum Adventssonntag Kerzen an", so die 52-Jährige. "Uns ist einfach nicht danach."

Während sich in den ersten Wochen nach ihrem Verschwinden regelrecht überschlagen hatten, ist es zuletzt deutlich ruhiger geworden. Zuletzt hatte die Polizei Anfang September ein Waldstück nahe Storkow intensiv durchsucht - ohne Erfolg.

Im Visier der Ermittler steht nach wie vor der Schwager. Mehrere Indizien sprechen gegen ihn. So war er allein mit Rebecca im Haus und soll laut Handydaten nicht wie behauptet geschlafen haben. Zudem konnte der die beiden Fahrten am Vormittag und am nächsten Tag nach Brandenburg nicht erklären.

Zwischenzeitlich saß er gar in Untersuchungshaft, wurde aus Mangel an Beweisen aber wieder freigelassen.

Familie glaubt weiter an die Unschuld des Schwagers

Zuletzt suchte die Polizei in einem Waldstück in der Nähe von Storkow.
Zuletzt suchte die Polizei in einem Waldstück in der Nähe von Storkow.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

Dennoch glaubt die Familie weiterhin an die Unschuld an des Schwagers. "Ich weiß, wann mein Schwiegersohn lügt und wann nicht", so Brigitte zu RTL. Durch die tägliche Berichterstattung gab es allerdings auch Momente, in den auch der Familie Zweifel kamen. So soll ihr Ehemann zum Schwiegersohn gesagt haben: "Gib uns die Leiche, gib uns die tote Rebecca, damit wir sie beerdigen können".

Dass der Koch aber tatsächlich etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun haben könnte, bleibt für die Familie unvorstellbar: "Sie machen einen riesengroßen Fehler. Er ist acht Jahre in unserer Familie. Wir sind sehr eng. Er hat zu Anfang gleich bei uns gewohnt. Er ist wie ein Sohn. Er ist liebevoll, sehr ruhig wie mein Mann. Fleißig, sehr loyal, ein toller Papa und Ehemann", sagte Mutter Brigitte beim MDR.

Inzwischen sind bei der Polizei schon mehr als 2300 Hinweise eingegangen. Die Schülerin bleibt aber weiter spurlos verschwunden.

Der Fall: Rebecca hatte die Nacht zum 18. Februar bei einer älteren Schwester und ihrem Schwager in Berlin-Neukölln verbracht. Am nächsten Morgen hätte sie um 9.50 Uhr in der Schule sein müssen - kam dort aber nie an. Noch am selben Abend meldet die Familie ihre Tochter als vermisst. Es beginnt eine öffentlichkeitswirksame und intensive Suche.

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