Starb dieser Rebellenführer, weil in deutscher Haft nicht alles mit rechten Dingen ablief?

Mannheim - Im Fall des in U-Haft verstorbenen ruandischen Rebellenführers Ignace M. (TAG24 berichtete) ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Mannheim.

Eine Obduktion des Leichnams von Ignace M. wurde jetzt angeordnet. (Symbolbild)
Eine Obduktion des Leichnams von Ignace M. wurde jetzt angeordnet. (Symbolbild)  © DPA

Eine Anwältin habe Strafanzeige eingereicht gegen Unbekannt wegen Zweifeln, dass in der Haft alles ordnungsgemäß zugegangen sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim am Dienstag.

Es handele sich um ein Todesermittlungsverfahren. Die Obduktion des Leichnams sei angeordnet.

Die Anwältin hatte nach eigenen Angaben im Namen des 15-jährigen Sohnes des Toten Anzeige wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung, der fahrlässiger Tötung oder aller in Betracht kommenden Delikte erstattet. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet.

Der in Deutschland als Rädelsführer einer ausländischen Terrorvereinigung im Ostkongo verurteilte Ignace M. war am 16. April mit 55 Jahren in einer Mannheimer Klinik gestorben.

Der Gesundheitszustand des Chefs der Vereinigung "Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas" (FDLR) hatte sich nach Angaben des Oberlandesgerichts Stuttgart in der U-Haft plötzlich verschlechtert.

Die Anwältin berichtete hingegen von einer längeren Erkrankung ihres Mandanten, auf die nicht angemessen reagiert worden sei. Das OLG Stuttgart hatte Ignace M. 2015 wegen Rädelsführerschaft in Tateinheit mit Beihilfe zu vier Kriegsverbrechen zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt.

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil des OLG im Dezember 2018 jedoch teilweise aufgehoben.

Der 55-jährige Rädelsführer Ignace M. starb am 16. April in einer Mannheimer Klinik.
Der 55-jährige Rädelsführer Ignace M. starb am 16. April in einer Mannheimer Klinik.  © DPA

Titelfoto: DPA

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