Nach Obduktion von totem Neonazi: Es war Selbstmord

Mönchengladbach – Nach dem Leichenfund am Museum Abteiberg in Mönchengladbach haben Trauende zu einem Gedenkmarsch über Facebook aufgerufen.

Der Leichnam des 32-Jährigen war am Mittwoch von einem Passanten in einer Blutlache gefunden worden.
Der Leichnam des 32-Jährigen war am Mittwoch von einem Passanten in einer Blutlache gefunden worden.  © DPA

Der Tote, den ein Fußgänger am frühen Mittwochabend in Mönchengladbach mit zahlreichen Stichverletzungen an einem Treppenaufgang an der Abteistraße gefunden hat, soll der rechten Szene angehört haben (TAG24 berichtete).

Der 32-jähriger Bremer soll zudem eines der bekannten Gesichter der "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa) gewesen sein.

Hunderte Menschen haben bei Facebook angegeben, an dem Trauermarsch "Wir trauern um Captain Flubber" teilnehmen zu wollen.

"Captain Flubber" soll der Spitzname des Opfers sein, der Mitglied der Bremer Hoolliganband "VollKontaCt" gewesen sein soll.

Hans Wilhelm Reiners (63, CDU), Oberbürgermeister von Mönchengladbach: "Es macht mir große Sorgen, wenn ich nach dieser schrecklichen Gewalttat im Netz Aufrufe lese, nach Mönchengladbach zu fahren und den Mörder zu jagen. Ich vertraue auf unsere Polizei, die alles daran setzen wird, die Tat schnellstmöglich aufzuklären, und auf unseren Rechtsstaat, der Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen wird. Besonnenheit ist jetzt auf allen Seiten das Gebot der Stunde."

Die Polizei bat Zeugen, die verdächtige Beobachtungen im Bereich der Abteistraße gemacht haben, sich zu melden. Über weitere Hintergründe ist bis jetzt noch nichts bekannt.

Update 15.40 Uhr

An einer Treppe stehen Kerzen unter einem Foto des Opfers.
An einer Treppe stehen Kerzen unter einem Foto des Opfers.  © DPA

Nach der Obduktion des Leichnams durch die Rechtsmedizin Düsseldorf geht die Polizei davon aus, dass der 32-Jährige aus Bremen Selbstmord begangen hat.

Der Mann habe sich mit einem Messer das Leben genommen. Schon vor der Obduktion habe es Anzeichen für einen Suizid gegeben. Eine Gewalttat hatte aber zunächst nicht ausgeschlossen werden können.

Der Tod des 32-Jährigen hat insbesondere in den sozialen Medien zu diversen Spekulationen geführt, bei welchen der Todesfall bereits als vorsätzliches Tötungsdelikt bewertet wurde. Dies haben die Ermittlungen der Mordkommission nicht bestätigt.

Weitere Ermittlungsergebnisse werden Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag (21. September) um 15 Uhr in einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium bekannt geben.

Update, 20.15 Uhr

Nach dem Tod eines polizeibekannten Rechtsextremen in Mönchengladbach ist ein "Trauermarsch»"von Sympathisanten am Donnerstagabend friedlich verlaufen. Es habe "keinerlei Störungen" gegeben, sagte ein Polizeisprecherin. Nach 19.30 Uhr habe die Veranstaltung sich aufgelöst.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: DPA


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