Rechter Fackelmarsch in Magdeburg: "Antideutsche aus dem Land jagen"

Magdeburg - Gespenstische Szenen in der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt: Am Samstagabend zogen hunderte rechte Demonstranten mit Fackeln durch Magdeburgs Innenstadt.

An einem Fackelmarsch durch die Magdeburger Innenstadt nahmen am Samstag hunderte rechte Demonstranten teil.
An einem Fackelmarsch durch die Magdeburger Innenstadt nahmen am Samstag hunderte rechte Demonstranten teil.  © Tom Wunderlich

Rechte Organisationen hatten für Samstagabend zu einem Fackelmarsch in Magdeburg aufgerufen. Rund 1000 Anhänger (offizielle Teilnehmerzahl wird noch ermittelt) des rechten Milieus, darunter Neonazis und stadtbekannte Hooligans, sind dem Aufruf gefolgt.

Rechte Parolen wurden lautstark skandiert, Solidarität mit der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (90) gefordert. Vom Hauptbahnhof aus zogen die Demonstranten zum Hasselbachplatz und schließlich über den Breiten Weg und die Ernst-Reuter-Allee zurück zum Bahnhof.

Die Polizei war mit einem kleinen Aufgebot von drei Einsatzhundertschaften vor Ort und musste am Rande des Demonstrationsgeschehens mehrmals tumultartige Szenen schlichten.

An der Gegendemonstration "Abgefackelt" nahmen gut 700 Menschen teil.

Die Magdeburger demonstrierten gegen ausländische Gewalttäter und "Überfremdung".
Die Magdeburger demonstrierten gegen ausländische Gewalttäter und "Überfremdung".  © Tom Wunderlich

UPDATE, 12.23 Uhr: Wie die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord am Sonntag berichtet, gab es insgesamt drei Versammlungen gegen die Demonstration "Gegen die Islamisierung Magdeburgs" von dem Bündnis "MAGIDA". Auf beiden Seiten habe es jeweils zirka 700 Versammlungsteilnehmer gegeben, so die Polizei. Einige Fackeln wurden beschlagnahmt, da mehr mitgeführt wurden, als zulässig.

Die Polizei weiter: "Zwischenzeitliche Versuche des Aufeinandertreffens der gegnerischen Demonstranten konnten durch die im Veranstaltungsbereich eingesetzten Polizeibeamten erfolgreich verhindert werden. Weder Polizeibeamte noch Versammlungsteilnehmer sind im Verlauf der Veranstaltungen verletzt worden. Im Zusammenhang mit dem Demonstrationsgeschehen wurden Ermittlungsverfahren u.a. wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz sowie wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet."

An der Gegendemonstration nahmen etwas weniger Menschen teil.
An der Gegendemonstration nahmen etwas weniger Menschen teil.  © Tom Wunderlich

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