Deutlicher Rückgang von rechtsextremen Gewalttaten, doch zwei Entwicklungen bereiten Sorge

Berlin - Die Zahl rechtsextremistischer Gewalttaten ist im vergangenen Jahr laut einem Medienbericht deutlich gesunken.

Rechtsextreme demonstrieren in Mainz (Rheinland-Pfalz) am Hauptbahnhof.
Rechtsextreme demonstrieren in Mainz (Rheinland-Pfalz) am Hauptbahnhof.  © Fredrik von Erichsen/dpa

Die registrierten Körperverletzungen gingen um mehr als 30 Prozent zurück, die Brandstiftungen um mehr als 60 und die Gewalttaten gegen Asylunterkünfte um mehr als 70 Prozent, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf das Bundesamt für Verfassungsschutz berichten.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Flüchtlinge abermals deutlich gesunken. Der Verfassungsschutz vermutet als eine Ursache des Rückgangs rechtsextrem motivierter Taten "die konsequente Verurteilungspraxis vieler Gerichte bei entsprechenden Gewalttaten mit teils hohen Haftstrafen für die Täter".

Dennoch warnt der Verfassungsschutz nach wie vor einem "anhaltend hohen Gefährdungspotenzial" durch die rechtsextreme Szene, die sich in Europa immer stärker vernetzt. "Rechte Ideologie drängt zur Tat und ist immer eine Bedrohung für Angehörige von Minderheiten", sagte die Bundestagsabgeordnete Martina Renner (51, Linke) zum Blatt "Der Westen" und unterstreicht die Warnung des Verfassungsschutzes.

Zudem kam es im ersten Halbjahr 2018 immer noch an fast jeden zweiten Tag zu einem Anschlag auf eine Asylunterkunft - trotz der rückläufigen Tendenz. Das zeigen Zahlen des Bundeskriminalamts, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Freitag vorliegen.

Demnach wurden im ersten Halbjahr 74 solcher Angriffe verübt. Die Zahl ist noch vorläufig, in der Regel gibt es eine Reihe von Nachmeldungen.

Titelfoto: Fredrik von Erichsen/dpa


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