Stecken Rechtsextreme hinter der Bombendrohung am Lübecker Bahnhof?

Berlin/Lübeck - Seit mehreren Wochen gibt es eine bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen gegen Politiker und andere öffentlich herausgehobene Personen. Unter einigen der Anschreiben seien auch Bombendrohungen gewesen.

Mindestens 15 Mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit rechtsextrem erscheinenden Absendern an verschiedene Stellen verschickt worden sein.
Mindestens 15 Mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit rechtsextrem erscheinenden Absendern an verschiedene Stellen verschickt worden sein.  © 123RF

Wegen entsprechender Drohungen seien am Montag der Hauptbahnhof Lübeck (TAG24 berichtete) sowie am Dienstag das Finanzamt Gelsenkirchen vorsorglich geräumt worden, hieß es.

Bei den daraufhin veranlassten Durchsuchungen seien aber bisher keine Bomben gefunden worden.

Mindestens fünfzehn Mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit dem Absender "Nationalsozialistische Offensive" auch bei Gerichten oder Justizzentren eingegangen sein, unter anderem beim Oberlandesgericht München, dem Oberlandesgericht Bamberg, der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, aber auch beim Flughafen Hamburg.

Es gehe um mehr als 100 verschickte E-Mails, die mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder "Wehrmacht" unterzeichnet worden seien, berichteten am Mittwochabend die "Süddeutsche Zeitung" und der NDR.

Auch einige Lokalredaktionen von TAG24 waren scheinbar von diesen E-Mails betroffen. Die Bundesanwaltschaft will den Berichten zufolge jetzt einen Prüfvorgang in Gang setzen. Ein Sprecher der Karlsruher Behörde wollte sich auf Anfrage zu den Berichten nicht näher äußern, verwies aber auf die örtlichen Staatsanwaltschaften.

Den Berichten zufolge haben sich die Generalstaatsanwälte der Länder geeinigt, die Ermittlungen gebündelt bei der Berliner Staatsanwaltschaft zu führen. Von dort war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Polizeibeamte stehen vor dem Hauptbahnhof in Lübeck, der nach der Bombendrohung evakuiert werden musste.
Polizeibeamte stehen vor dem Hauptbahnhof in Lübeck, der nach der Bombendrohung evakuiert werden musste.

Mehr zum Thema Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0