Mitten in Berlin: Rechtsextreme wollen Syrer mit Werbeplakaten nach Hause schicken

Berlin - Aufregung in Berlin: An mehreren U-Bahnhöfen hingen am Donnerstag plötzlich mehrere Werbeplakate der rechtsextremen "Identitäten Bewegung" mit eindeutiger Botschaft an die vor dem Bürgerkrieg geflüchteten Syrer.

Die Identitäre Bewegung sorgte zuletzt im Dezember 2017 vor dem Brandenburger Tor für Aufsehen. Auf Steinen forderten die Rechten auf, den "Opfern des islamistischen Terrors" zu gedenken.
Die Identitäre Bewegung sorgte zuletzt im Dezember 2017 vor dem Brandenburger Tor für Aufsehen. Auf Steinen forderten die Rechten auf, den "Opfern des islamistischen Terrors" zu gedenken.  © DPA/Screenshot/Twitter/Anna Fleischer

"Geht nach Hause, der Krieg ist vorbei, Syrien braucht euch", war auf den Plakaten zu lesen. Auch wenn zuletzt ein großer Schlag gegen den IS gelungen ist, ist Syrien noch lange kein sicheres Land. Deutschland sieht das wie das UN-Flüchtlingshilfswerk. Eine Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien "in Sicherheit und Würde" sei bislang nicht gegeben.

Der Betreiber der Werbeflächen, die Wall AG, hatte mit der Aktion nichts zu tun. Die Plakate, auf denen Syrer aufgefordert werden, zum "Wiederaufbau" ihres Landes in die Heimat zurückzukehren, seien illegal angebracht worden, sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag. Daraufhin wurde Anzeige erstattet.

Bürger hätten bereits am Donnerstagmorgen auf die hinter Glas angebrachten Plakate aufmerksam gemacht. Dabei seien die Vitrinen wohl mit Hilfe von Schlüsseln aufgemacht worden. Insgesamt seien acht Plakate entdeckt worden: In fünf U-Bahnhöfen und drei Fahrgastunterständen.

Das illegale "Adbusting" (das Kapern von Werbeflächen) komme immer wieder vor, sagte die Wall-Sprecherin weiter. Die Bandbreite erstrecke sich dabei über das gesamte politische Spektrum.

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