Pro Chemnitz setzt Kopfgeld auf Plakatschänder aus

Chemnitz - Reihenweise Wahlplakate wurden in den vergangenen Tagen abgerissen und demoliert. Jetzt will die rechtspopulistische "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" durchgreifen - und setzt ein "Kopfgeld" aus.

Die rechtspopulistische "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" hat ein "Kopfgeld" auf Plakatabreißer ausgesetzt.
Die rechtspopulistische "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" hat ein "Kopfgeld" auf Plakatabreißer ausgesetzt.  © Screenshot/Facebook/Pro Chemnitz

Für die Identifizierung und Festnahme von "Verbrechern" verspricht Pro Chemnitz eine Belohnung.

"Unsere Plakate werden gestohlen, heruntergerissen und zur Krönung noch abgebrannt. Schluss damit! Wir zahlen 300 Euro für gefasste Extremisten, welche auf frischer Tat gestellt und der Polizei übergeben werden können", heißt es in dem Aufruf.

Auch Plakate anderer Parteien mussten dran glauben. Besonders hart hat es bisher FDP und Linke getroffen. Für das Verhalten von Pro Chemnitz hat Politikerin Susanne Schaper (41, Linke) aber kein Verständnis:

"Ich finde es nicht gut, dass abgerissen wird. Aber hier zu Selbstjustiz und Kopfgeld aufzurufen, ist der Stil von Nazis und nicht unserer."

In den vergangenen Tagen wurden Wahlplakate verschiedener Parteien in der ganzen Stadt abgerissen.
In den vergangenen Tagen wurden Wahlplakate verschiedener Parteien in der ganzen Stadt abgerissen.  © Uwe Meinhold

Laut Polizei handelt es sich bei der Zerstörung von Plakaten um Sachbeschädigung.

Ein Sprecher: "Zum Festhalterecht eines Täters auf frischer Tat ist jedermann unter Beachtung von Verhältnismäßigkeitsgrundsätzen befugt. Grundsätzlich steht es Geschädigten frei, Belohnungen auszusetzen."

Politikerin Susanne Schaper (41, Linke) ist klar gegen Selbstjustiz.
Politikerin Susanne Schaper (41, Linke) ist klar gegen Selbstjustiz.  © Uwe Meinhold

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