Tausende Neonazis erwartet: Veranstalter von Rechtsrock-Konzert wehren sich gegen Auflagen

Themar - Wenige Tage vor einem Rechtsrock-Konzert in Themar im Landkreis Hildburghausen gibt es erneut juristische Auseinandersetzungen um die Veranstaltung.

2017 waren Anhänger der rechten Szene aus ganz Europa nach Themar gekommen.
2017 waren Anhänger der rechten Szene aus ganz Europa nach Themar gekommen.  © DPA

Die Anmelder des Konzerts hätten bereits zwei Eilanträge beim Verwaltungsgericht Meiningen eingereicht, sagte ein Sprecher des Gerichts der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Antrag richtet sich demnach gegen Auflagen, die von der Versammlungsbehörde für das Konzert verhängt worden seien. In dem anderen Antrag gehen die Anmelder gegen Planungen der angekündigten Proteste gegen das Konzert vor. Das Gericht werde über die Eilanträge am Beginn der nächsten Woche entscheiden.

Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Hildburghausen gehört zu den Auflagen für die Konzerte auch ein Alkoholverbot am Samstag. Am Freitag soll dagegen Leichtbier erlaubt sein.

Außerdem gebe es Lautstärkenbegrenzungen. Das Konzert soll zudem jederzeit unterbrochen werden können. "Auf Anordnung der Polizei muss die Musik komplett heruntergefahren werden können, wenn zum Beispiel indizierte Lieder gespielt werden", sagte die Sprecherin. Außerdem solle ein Uniformverbot gelten.

Derzeit liegen nach Angaben des Thüringer Innenministeriums Anmeldungen für Rechtsrock-Konzerte in Themar am Freitag und Samstag nächster Woche vor. Dagegen seien zudem Protestversammlungen angemeldet worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Tausende Neonazis aus ganz Europa anwesend gewesen

Auch für die Gegendemonstranten soll ein Alkoholverbot herrschen.
Auch für die Gegendemonstranten soll ein Alkoholverbot herrschen.  © DPA

In die 2800-Einwohner-Stadt in Südthüringen waren 2017 nach damaligen Polizeiangaben etwa 6000 Rechtsextreme aus ganz Deutschland und Europa zu einem Rechtsrock-Konzert gekommen.

Das Konzert gilt als die bisher größte rechtsextreme Musikveranstaltung in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Das neuerliche Konzert soll auf der gleichen Fläche wie damals am Rande des Ortes stattfinden.

Nach Einschätzung der Demokratieberater von Mobit hat sich die Region zu einem deutschlandweit bedeutenden Zentrum für rechtsextreme Musikveranstaltungen entwickelt. Bei den nun angekündigten Rechtsrock-Konzert solle auch eine Band auftreten, die offen für rechten Terror werbe, sagte die Mobit-Projektleiterin Romy Arnold.

Für die angemeldeten Proteste gegen das Konzert gibt es inzwischen ebenso Auflagen der Versammlungsbehörde. Wie die Rechtsextremen sollen auch die Gegendemonstranten keinen Alkohol auf ihrer Versammlung ausschenken dürfen. Unter anderem gegen diese Auflage gehen die Anmelder der Gegendemonstration inzwischen ebenfalls vor.

Es sei "ein Unding", die Protestierenden mit den Rechtsextremen "über einen Kamm zu scheren", sagte der Sprecher des Bündnisses für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra, Thomas Jakob. Es gebe nach den Erfahrungen der Vorjahre keinen Grund, bei den Gegendemonstranten aus Sicherheitsgründen ein Alkoholverbot zu verhängen.

Dass 2017 während des damaligen Rechtsrock-Konzertes hunderte Rechtsextreme den Hitler-Gruß gezeigt hatten, sei ein Beispiel, das zeige, welche Seite bei solchen Lagen regelmäßig durch Straftaten auffalle.

Titelfoto: DPA

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