Überall rote Haare! Was ist denn in Hamburg los?

Hamburg - Das wird eine ganz besondere Ansammlung von Menschen am Wochenende in Hamburg. Hunderte Rothaarige treffen sich dort. Wieso?

Rothaarige treffen sich am Wochenende in Hamburg (Archivfoto).
Rothaarige treffen sich am Wochenende in Hamburg (Archivfoto).  © DPA

Sie kommen aus ganz Europa, um in Hamburg beim Redhead Day gemeinsam zu feiern und ein positives Zeichen zu setzen.

"Es ist witzig, und man zeigt, wie irrelevant äußere Eigenschaften sind", sagt Tristan Rodgers, Veranstalter des Treffens und selbst rothaarig.

Beginnend in den Niederlanden gibt es inzwischen überall auf der Welt Redhead Days mit tausenden Teilnehmern.

Während die einen schon immer ihre Einzigartigkeit mochten, litten andere unter der Kindheit als Karottenkopf. Kennen tun sie sie aber alle, die Klischees und Spitznamen.

"Man fällt auf, lernt aber damit umzugehen. Wir diskutieren am Wochenende keine Probleme, wir genießen es einfach. Und falls doch einer mal ein Problem hat, sind da andere, die einem das Gefühl geben, nicht allein zu sein", erklärt Rodgers.

Natürlich spiele man an diesem Tag mit seinen äußeren Eigenschaften. Die Aussage sei aber: "Es ist ungewöhnlich, aber lasst es uns einfach feiern und keine Vorurteile aufgrund körperlicher oder kultureller Merkmale haben."

So ein Gruppenbild ist selten, da nur sehr wenige Menschen rote Haare haben (Archivbild).
So ein Gruppenbild ist selten, da nur sehr wenige Menschen rote Haare haben (Archivbild).  © DPA

Die Idee kam Tristan Rodgers im Sommer 2017. Er habe gemerkt, dass es in Hamburg viele Rothaarige gebe und das Interesse an einem Treffen vorhanden sei. Er lud zu einem Picknick am Altonaer Balkon am Hafen ein.

Zwei Wochen später kamen rund einhundert Rothaarige und hatten "unfassbar viel Spaß", erzählt Rodgers. In diesem Jahr solle es ein bisschen größer werden, um dann Schritt für Schritt noch weiter zu wachsen.

Jan Meier freut sich besonders auf das gemeinsame Foto, als optisches Statement, und auf die Party. "Das hat ein bisschen was von einer Mottoparty, bei der man zusammen kommt ohne sich verkleiden zu müssen", sagt er.

Meier will seine Frau und seine beiden Kinder mitnehmen. Alle drei sind brünett. "Vielleicht ist es für die Kinder eine schöne Erfahrung zu sehen, dass es noch viel mehr von Papas Sorte gibt", witzelt er.

Naturrote Haare sind selten. Die auffällige Haarfarbe ist das Resultat einer Gen-Mutation.

Höchstens zwei Prozent der Weltbevölkerung sind echte Rotschöpfe - also immerhin rund 150 Millionen Menschen. Zu den prominentesten gehören Popstar Ed Sheeran oder Prinz Harry.

Titelfoto: DPA


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