Tierhasser schießt Katze "Holly" ein Auge aus

Rostock - Wer tut so etwas Grausames? In Reez (Landkreis Rostock) wurde in der vergangenen Woche auf eine Katze geschossen. Sie verlor dabei ein Auge.

Steffen Tretropp hält Holly in seinen Armen.
Steffen Tretropp hält Holly in seinen Armen.  © Stefan Tretropp

Besitzerin Julia Schabert kann sich noch genau an die Nacht erinnern. Gegen vier Uhr hörte sie das laute Miauen von Holly.

"Der Vorfall muss zwischen letztem Mittwochnachmittag 16.30 Uhr und Donnerstag 4 Uhr passiert sein", erklärte die junge Frau.

Zu Beginn habe sie nichts Ungewöhnliches entdecken können, wunderte sich aber, warum Holly so "verstört" war.

Bei genauerem Hinsehen entdeckte die 31-Jährige schließlich ein blutendes und geschwollenes Auge. "Mein erster Gedanke war, dass sie sich draußen gekabbelt hat. Ich hatte ein unruhiges Gefühl", beschrieb Schabert.

Sie und ihr Ehemann Steffen brachte die Katze schließlich in die Rostocker Tierklinik. Dort folgte die grausame Gewissheit: Auf den Röntgenaufnahmen fanden die Ärzte ein Projektil im Kopf - 4,5 mal 4,5 Zentimeter groß.

"Nur durch großes Glück hat es das Gehirn um Haaresbreite verpasst", sagte Schabert. "Derjenige muss aus der Nähe von oben direkt in das Auge geschossen haben."

In einer Operation entfernten die Tierärzte das Projektil aus dem Schädel. Das rechte Auge war leider nicht mehr zu retten, es wurde zugenäht. Holly, die rund ein Dreivierteljahr alt ist, muss nun vorerst einen Halskragen tragen.

Polizei ist der Vorfall fremd

Auf dem Röntgenbild ist das Projektil im Kopf der Katze deutlich zu sehen.
Auf dem Röntgenbild ist das Projektil im Kopf der Katze deutlich zu sehen.  © Stefan Tretropp

Das Ehepaar will den Vorfall nicht auf sich ruhen lassen, weil auch viele Kinder in dem kleinen Ort Reez wohnen.

"Man muss ja Angst haben", sagte Steffen Schabert. Der 34-Jährige vermutete, dass das Projektil von einem "Diablo-Luftgewehr" stammen könnte.

Die Familie überlegt aktiv zu werden und suchen mittels Aushängen nach Zeugen. "Wir haben mit dem Bürgermeister gesprochen und dürften Zettel im Ort aushängen", erklärte der Mann. Das Ehepaar erhofft sich nun, Hinweise auf den Täter zu finden.

"Ich hatte viele Tränen in den Augen, war richtig fertig. Mit so etwas habe ich nicht gerechnet", sagte Julia Schabert. Holly gehört erst seit dem Jahreswechsel zu der Familie.

"Sie ist uns zugelaufen und uns so lieb gewonnen, dass wir sie nicht ins Tierheim geben wollten", sagte ihr Ehemann und vermutet, dass ihr ihre Anhänglichkeit zum Verhängnis geworden ist.

Zu Wochenbeginn musste Holly erneut in die Tierklinik. Das Ergebnis fiel positiv aus: Die Wunde ist gut verheilt. Den Halskragen müsse die Katze aber noch eine Weile tragen.

Bei der Polizei ist der Fall allerdings nicht bekannt. Auf TAG24-Nachfrage konnte ein Sprecher der Dienststelle in Güstrow sich nicht zu dem Fall äußern.

Mehr zum Thema Katzen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0