Fridays for Future in Stuttgart: Tausende trotzen dem Regen

Stuttgart - Lautstark machen die Schüler, Jugendlichen und Umweltschützer am Freitag in Stuttgart beim sogenannten "Klimastreik" auf das Thema Klimaschutz aufmerksam.

Stefan Marquardt steht vor dem Hauptbahnhof während des "Klimastreiks".
Stefan Marquardt steht vor dem Hauptbahnhof während des "Klimastreiks".  © TAG24

Normalerweise reihen sich Dutzende Autos auf der Straße vor dem Hauptbahnhof, doch heute gehen hier Menschen. Der zweite Demonstrationszug ist gerade angekommen. Hinter einem Banner mit der Aufschrift "Make the planet Greta again" demonstrieren Hunderte.

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut", rufen die Aktivisten im Chor.

Es regnet - doch das hält die Klima-Aktivisten nicht von ihrem Protest ab. Das Bündnis "Fridays for Future" hat zum globalen "Klimastreik" aufgerufen. In ganz Deutschland gingen Klimaschützer auf die Straße.

Einer von ihnen ist Stefan Marquardt. Der Firmenkundenbetreuer bei der GLS Bank, die sich aktiv bei Fridays for Future beteiligt, geht für den Klimaschutz auf die Straße. "Ich habe einen Sohn im Alter von 6 Jahren und ich will, dass er die Welt noch so sieht, wie ich sie gesehen habe", sagt Marquardt.

In Stuttgart kamen die Aktivisten sternförmig und lautstark aus verschiedenen Himmelsrichtungen zur Kundgebung auf dem Arnulf-Klett-Platz eingelaufen.

Ausgangspunkte gegen 12 Uhr waren der Hölderlinplatz, Erwin-Schoettle-Platz und die Presselstraße. Von hier zogen die Aktivisten in die Stadt. Ihr Ziel: Für den Klimaschutz und gegen die Klimapolitik der Bundesregierung demonstrieren. Am 2. Dezember findet die UN-Klimakonferenz statt. Die Protestbewegung fordert ein härteres Klimapaket.

Klimaschützer wünschen sich Regen für alle

Laura (links im Bild) und Tanja (rechts im Bild) halten ihre Plakate in den Händen.
Laura (links im Bild) und Tanja (rechts im Bild) halten ihre Plakate in den Händen.  © TAG24

Nun stehen hier dicht gedrängt Menschen mit Plakaten und blicken auf die Bühne, die neben dem Bahnhofsgebäude aufgebaut wurde.

Es läuft Musik von den Ärzten: "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt", ertönt aus einem Lautsprecher.

Laura und Tanja stehen mitten in der Demo. Auf ihre Plakate tropft der Regen, die Mützen ziehen sie ins Gesicht. Es ist ihre erste Fridays-for-Future-Demo.

Laura studiert Umwelt-Geografie und weiß, welche Auswirkungen es hat, wenn der Naturschutz nicht umgesetzt wird. "Der Meeresspiegel steigt an, es kommt zu mehr Stürmen und es befindet sich viel Plastik im Meer" sind nur einige Gründe, die die Studentin nennt.

Laura ergänzt: "Wir wollen Präsenz zeigen, weil es ein wichtiges Thema ist."

Während die Regentropfen auf die Plakate tropfen, haben Laura und Tanja einen Wunsch: "Wir wollen Regen für alle."

Es wird plötzlich laut: Alle trommeln, rufen, pfeifen. "Eine Lärmminute", damit machen die Demonstranten auf sich aufmerksam.

Während viele Stuttgarter wegen des Shoppings am "Black Friday" in die Stadt gekommen sind und das laute Protestieren aus der Ferne hören, rufen die Klimaschützer "Streiken statt shoppen, Black Friday blocken".

Alle Altersklassen sind auf der Demo

Peter Grohmann verteilt Flyer auf der Demo.
Peter Grohmann verteilt Flyer auf der Demo.  © TAG24

Der 82-jährige Peter Grohmann demonstriert für den Klimaschutz und will die große Jugendbewegung unterstützen.

"Wir machen der Politik Druck von der Straße, damit was passiert". Die Luftverschmutzung und die Wasserprobleme sind nur zwei Themen, die ihm am Herzen liegen.

Er demonstriert laut seiner Aussage immer wieder - und das seit 60 Jahren.

Die Polizei ist mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz und begleitete die Demonstranten. Laut Polizei kam es zu Verkehrsbehinderungen. Konkrete Zahlen gibt die Polizei nicht an.

"Wir freuen uns wahnsinnig, dass Tausende gekommen sind", sagt der Sprecher von Fridays for Future und Campus for Future Bernhard Malicek. "Es ist ein enormes Gefühl, dass der Klimaschutz hier Gehör findet."

Das Aktionsbündnis "Kesselbambule" hat zu Blockaden aufgerufen. Im September hatte das Bündnis Straßen in Stuttgart blockiert und Autofahrer nicht passieren lassen. (TAG24 berichtete...)

"Man muss es gut finden, wenn man sich für den Klimaschutz einsetzt", sagt Malicek. Doch Fridays for Future setzt auf einen friedlichen Protest. "Wir organisieren uns mit Ordnern und kooperieren mit der Polizei."

Demonstranten versammeln sich vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof.
Demonstranten versammeln sich vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof.  © TAG24

Titelfoto: TAG24

Mehr zum Thema Stuttgart Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0