Dauerregen in Thüringen! Vorerst keine Entwarnung

In Neundorf trat ein Zufluss der Hasel über die Ufer.
In Neundorf trat ein Zufluss der Hasel über die Ufer.  © News5

Erfurt - Regen, Regen, Regen: Der Blick aus dem Fenster war für viele Thüringer am Dienstag ungemütlich. Die Feuerwehr hatte mit vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Straßen zu kämpfen. Und die Aussichten? Nicht besser.

Vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen, blockierte Wanderwege - anhaltender Starkregen hat am Dienstag für zahlreiche Einschränkungen in Thüringen gesorgt. Selbst die Drachenschlucht war zeitweise nicht passierbar.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach bis Mittwochabend die höchste Unwetterwarnstufe aus. Im Nordwesten des Landes könnten innerhalb von 48 Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, hieß es. Die Pegelstände an den Flüssen waren bis zum Dienstagnachmittag aber nicht dramatisch gestiegen.

Die Thüringer Polizei warnte vor überschwemmten Straßen, umgestürzten Bäumen und herabfallenden Ästen. Auf Autobahnen drohe zudem Gefahr durch Aquaplaning. "Feuerwehren und Polizei sind im Dauereinsatz", hieß es. In Waltershausen (Landkreis Gotha) prallte ein 66-Jähriger mit seinem Auto gegen einen umgestürzten Baum. Er und seine Beifahrerin kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.

Die KiTa Waldblick wurde in Erfurt mit Sandsäcken geschützt.
Die KiTa Waldblick wurde in Erfurt mit Sandsäcken geschützt.  © Matthias Gränzdörfer

Pegelstände steigen langsam an

"Wir gehen davon aus, dass die Situation sich noch verschärfen wird", sagte ein Sprecher der Einsatzleitstelle im Landkreis Eichsfeld. Bislang seien im ganzen Kreis mehrere Keller vollgelaufen und Straßen überflutet worden. Aufgrund der Wetterprognose rechne er jedoch mit einer unruhigen Nacht.

Im benachbarten Kyffhäuserkreis gab man hingegen vorsichtig Entwarnung. Die Situation habe sich nach einem unruhigen Morgen wieder entspannt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Es habe einige Feuerwehreinsätze wegen vollgelaufener Keller gegeben, vorübergehende Straßensperrungen seien bis zum Mittag jedoch wieder aufgehoben worden. In Artern löste sich in einem vollgelaufenen Keller ein Öltank vom Boden - die Feuerwehr pumpte das ausgelaufene Öl ab.

Im Suhler Stadtteil Neundorf in Südthüringen trat am Dienstag ein Zulauf der Hasel über die Ufer, eine Ortsdurchfahrt war nicht mehr passierbar. Die Einsatzkräfte hätten Sandsäcke verlegt, um die Keller der Anwohner zu schützen, sagte ein Sprecher. Zwei Keller standen dennoch unter Wasser. Auch im Ortsteil Heinrichs seien mehrere Keller vollgelaufen. Zudem drohte dem Sprecher zufolge das Sammelbecken der Mülldeponie Goldlauter überzulaufen. Damit das kontaminierte Regenwasser nicht in den Erdboden gelangt, wollte die Feuerwehr es abpumpen und in einen nahegelegenen Kanal leiten. "Wir stellen uns auf eine lange Nacht ein."

In Erfurt kam es zu Überflutungen im Stadtteil Mittelhausen. Hier war die Schmale Gera über die Ufer getreten. An der KiTa "Waldblick" stapelten Feuerwehrleute vorsichtshalber Sandsäcke auf.

Am Mittwochmorgen seien die Rettungskräfte zu keinen größeren wetterbedingten Einsätzen ausgerückt. Die Pegelstände steigen nach Angaben des Lagezentrums langsam. Der Mittwoch bringt Thüringen jedoch weiteren Regen, wie der Deutsche Wetterdienst am frühen Morgen mitteilte.

Feuerwehrleute schichten im Suhler Stadtteil Neundorf Sandsäcke auf.
Feuerwehrleute schichten im Suhler Stadtteil Neundorf Sandsäcke auf.  © News5/Ittig

Titelfoto: News5/Ittig


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