Versuchter Mord? Mann rast auf Polizisten zu, um Kontrolle zu entgehen

Regensburg - Um einer Verkehrskontrolle zu entgehen, soll ein Mann in Straubing auf zwei Polizisten zugerast sein.

Der Angeklagte (r.) geht neben Polizisten in den Verhandlungssaal des Landgerichts.
Der Angeklagte (r.) geht neben Polizisten in den Verhandlungssaal des Landgerichts.  © Armin Weigel/dpa

Vor dem Landgericht Regensburg muss sich der 51-Jährige wegen versuchten Mordes verantworten. Am Dienstag (14 Uhr) sind die Plädoyers geplant.

Das Urteil wird am 10. Januar erwartet. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte geschwiegen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Österreicher vor, im Mai 2019 mit hoher Geschwindigkeit auf zwei auf der Straße stehende Polizisten zugefahren zu sein. Mit der Tat habe er sich der Kontrolle entziehen wollen - weil ihm die Fahrerlaubnis fehlte.

Die Beamten konnten sich nur durch einen Sprung zur Seite retten.

Laut Staatsanwaltschaft nahm der Fahrer zumindest billigend in Kauf, dass die Polizisten sterben könnten.

Update 18.00 Uhr: Gericht sieht keine Tötungsabsicht

Der 51 Jahre alte Mann (im Hintergrund mit seinem Anwalt) soll in Straubing mit seinem Auto auf zwei auf der Straße stehende Polizisten zugerast sein, um einer Verkehrskontrolle zu entgehen.
Der 51 Jahre alte Mann (im Hintergrund mit seinem Anwalt) soll in Straubing mit seinem Auto auf zwei auf der Straße stehende Polizisten zugerast sein, um einer Verkehrskontrolle zu entgehen.

Der Prozess könnte für den Angeklagten deutlich glimpflicher ausgehen als erwartet. Das Landgericht Regensburg gab am Dienstag einen Hinweis, dass es nach einer Ortsbesichtigung keine Tötungsabsicht erkenne sondern von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit einem gefährlichen Werkzeug ausgehe.

Das hätte eine niedrigere Strafe zur Folge. Die Staatsanwaltschaft hatte den 51-Jährigen wegen zweifachen versuchten Mordes angeklagt.

Wie die Prozessparteien auf den Hinweis der Gerichts reagieren, blieb am Dienstag offen. Die beiden Beamten treten als Nebenkläger auf.

Ein Gutachter sagte aus, der Fahrer habe die Polizisten aus 40 bis 50 Metern Entfernung erkennen können.

Am Freitag soll ein Rechtsmediziner noch Auskunft über möglichen Einfluss von Alkohol und Drogen geben. Danach sind die Plädoyers geplant.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa


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