Mordfall Maria Baumer: Ermittler nehmen Lebensgefährten nach sechs Jahren fest

Regensburg - Im Fall der im Jahr 2013 tot gefundenen Maria Baumer aus Regensburg haben die Ermittler erneut den ehemaligen Lebensgefährten verhaftet.

Harald Wiesenberger, Kriminaldirektor, spricht während einer Pressekonferenz zu den aktuellen Entwicklungen im Todesfall Maria Baumer zu Journalisten.
Harald Wiesenberger, Kriminaldirektor, spricht während einer Pressekonferenz zu den aktuellen Entwicklungen im Todesfall Maria Baumer zu Journalisten.  © Armin Weigel/dp

Sein Mandant sitze wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft, sagte der Rechtsanwalt Michael Haizmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Für den Nachmittag kündigte die Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz in dem Fall an.

Die 26-Jährige war seit Mai 2012 vermisst worden. 16 Monate später fanden Pilzsammler ihr Skelett in einem Wald bei Regensburg. Die Todesursache konnte nach Angaben der Polizei von damals nach so langer Zeit nicht mehr festgestellt werden.

Trotzdem wurde der 28 Jahre alte Verlobte des Opfers wenig später verhaftet. Dieser kam aber wieder auf freien Fuß, nachdem sein Anwalt Haizmann ein zweites Mal Haftbeschwerde einlegt hatte.

Jahrelang habe sich in dem Fall nichts mehr getan, sagte Haizmann. Am Montag dann seien die Wohnungen seines Mandanten und die von dessen Mutter und eines Bruders durchsucht worden.

Seit Mittwoch sitze der Mann wieder in Untersuchungshaft. Der Vorwurf der Ermittler laute auf Mord mit den Merkmalen der Heimtücke und niedriger Beweggründe.

Mordfall Maria Baumer scheint nach sechs Jahren geklärt

Der Lebensgefährte von der toten Maria Baumer sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. (Symbolbild)
Der Lebensgefährte von der toten Maria Baumer sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. (Symbolbild)

Im Jahr 2013 hatte der Rechtsanwalt seine Haftbeschwerde vor allem auf zwei Säulen gestützt. "Es konnte nicht festgestellt werden, ob die Frau umgebracht wurde. Die Umstände ihres Todes sind gänzlich unbekannt", sagte Haizmann damals.

Zudem habe das Motiv gefehlt: "Die beiden hatten eine harmonische Beziehung und wollten heiraten."

Baumer hatte kurz vor ihrem Verschwinden einen neuen Job angetreten. Zudem war sie eine Woche zuvor zur Landesvorsitzenden der Katholischen Landjugendbewegung gewählt worden. Mit ihrem Verlobten hatte sie zusammengelebt.

An dem Tag, an dem die Einladungen zur Hochzeit verschickt werden sollten, verschwand die 26-Jährige und ließ ihr Handy und den Verlobungsring zurück. Der Verlobte hatte behauptet, nach dem Verschwinden der Frau noch zweimal mit ihr telefoniert zu haben.

Dabei soll sie gesagt haben, dass sie eine Auszeit nehmen wolle. Er stellte schließlich eine Vermisstenanzeige.

Update 14.30 Uhr: Staatsanwalt: Maria Baumer wurde mit Beruhigungsmittel betäubt

Clemens Prokop (M), leitender Oberstaatsanwalt gab neue Details in Regensburg bekannt.
Clemens Prokop (M), leitender Oberstaatsanwalt gab neue Details in Regensburg bekannt.  © Armin Weigel/dpa

Der im Fall Maria Baumer verhaftete Mann hat der jungen Frau nach Ermittlerangaben vor ihrem Tod ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht. Das sagte der ermittelnde Staatsanwalt am Donnerstag in Regensburg.

In der Kleidung und in den Haaren der im Jahr 2013 gefundenen sterblichen Überresten Baumers sei der Stoff Lorazepam nachgewiesen worden. Ob sie an dem Mittel starb, sei nicht mehr nachweisbar.

Dieses und weitere Indizien seien aber ausreichend gewesen, dass ein Richter den Verdächtigen am Mittwoch erneut in Untersuchungshaft schickte.

Update 14.40 Uhr: Verdächtiger schweigt

Der im Fall Maria Baumer verhaftete Mann äußert sich nicht zu den Mordvorwürfen der Ermittler. Der 35-Jährige habe bei Befragungen in den vergangenen Tagen keine Angaben zum Fall gemacht, sagte Staatsanwalt Thomas Rauscher am Donnerstag in Regensburg.

In der Vergangenheit habe der Verdächtige die Tatvorwürfe stets bestritten.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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