"Dramatischer" Brief von Papst Franziskus: Ist ein "Weiter so" nicht mehr möglich?

Rom/Regensburg - Nach der Warnung des Papstes an deutsche Katholiken vor voreiligen Antworten auf die Krise der Kirche hat das Bistum Regensburg ein erhebliches Umdenken bei der geplanten Neuausrichtung gefordert.

Papst Franziskus hat eine Warnung an deutsche Katholiken ausgesprochen.
Papst Franziskus hat eine Warnung an deutsche Katholiken ausgesprochen.  © DPA

"Der synodale Prozess, den die Bischöfe in ihrer Vollversammlung in Lingen beschlossen haben, kann nicht so stattfinden wie geplant. Weder in dem Inhalt nach noch in der Form", schrieb der Generalvikar des Bistums, Michael Fuchs hierzu.

Die deutschen Bischöfe hatten sich im Monat März zu einem Dialog mit Laien bereit erklärt. Das umstrittene Zölibat und der Zugang von Frauen zu kirchlichen Weihe-Ämtern sind wichtige Themen.

Ein "Weiter so" sei nach dem "dramatischen Brief" von Papst Franziskus, der am Samstag veröffentlicht wurde, allerdings nicht möglich: "Ein synodaler Prozess in Deutschland muss sich ausrichten an der Evangelisierung, an einer geistlichen Erneuerung."

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gilt als einer der konservativsten Bischöfe und Bremser bei Reformen wie der Aufweichung des Zölibats oder der Öffnung des Priesteramts für Frauen.

Franziskus hatte in einem an das "pilgernde Volk Gottes in Deutschland" adressierten Brief vor voreiligen Antworten auf die Krise gewarnt. Der Argentinier betonte, die Evangelisierung müsse immer "unser Leitkriterium schlechthin" sein.

Er riet davon ab, die beste Antwort auf die "vielen Probleme und Mängel" in einem "Reorganisieren der Dinge, in Veränderungen und in einem 'Zurechtflicken'" zu sehen und warnte vor Alleingängen von Gemeinden.

Der Würzburger Bischof Franz Jung wertete den Brief des Papstes als "Ermutigung, unter der Führung des Heiligen Geistes gemeinsam als Kirche den synodalen Weg zu beschreiten". Dabei sei es wichtig, die Mitte des christlichen Glaubens im Auge zu behalten: "Das Schreiben ist gleichzeitig eine Mahnung, nicht den Selbsterhalt an die erste Stelle zu setzen, sondern die Treue zum Evangelium und zu seiner Dynamik."

Reaktion auf Papst-Warnung: Bistum Regensburg hat Umdenken bei geplanter Neuausrichtung gefordert.
Reaktion auf Papst-Warnung: Bistum Regensburg hat Umdenken bei geplanter Neuausrichtung gefordert.  © DPA

Titelfoto: DPA


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