Hier jagen Linke einen Nazi durch die Stadt

Ein einzelner rechter Gegendemonstrant flüchtet vor einer Gruppe antifaschistiscer Demonstranten.
Ein einzelner rechter Gegendemonstrant flüchtet vor einer Gruppe antifaschistiscer Demonstranten.

Von Matthias Kernstock

Regensburg - In ganz Deutschland gehen Menschen auf die Straße, um sich mit Flüchtlingen zu solidarisieren. In Regensburg stand am Donnerstag ein Rechter in den Reihen der Asylbefürworter. Als die Menge ihn erkannte, machte sie Jagd auf den filmenden Asylgegner.

Gewalt, Hass und Anfeindungen in ganz Deutschland, egal ob von linker oder rechter Seite ausgehend, nehmen kein Ende, wie dieser Fall aus Bayern zeigt.

Ein einzelner rechter Gegendemonstrant flüchtet im Kasernenviertel vor einer Gruppe antifaschistischer Demonstranten. So geschehen am Donnerstag im bayerischen Regensburg am Rande einer Demo gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen.

Der Mann rückte in den Fokus der etwa 300 Demonstranten, da er Nazi-Tattoos trug und filmend durch die Menge lief. Die Linken begannen den Mann zu verfolgen, scheuchten ihn quer durch die Stadt.

Die Polizei verhinderte, dass es zu einer handfesten Auseinandersetzung kommen konnte. Der Rechte wurde von mehreren Personen beschimpft und schließlich von der Polizei in Gewahrsam genommen und weggebracht.

Zuvor Rassistische Flugblätter in Briefkästen

Zuvor wurden in der Domstadt rassistische Flugblätter mit volksverhetzendem Charakter in der Marienstraße verteilt, wie regensburg-digital und die Mittelbayerische berichten. Was in Dresden PEGIDA ist, nennt sich in Regensburg MAGDA - Asylgegner und Rechte, die gegen Ausländer und Asylsuchende hetzen.

Nach Bekanntwerden der Flugblattaktion startete das "Bündnis gegen rassistische Umtriebe" am Donnerstag eine Demonstration in der Landshuter Straße. Dabei kam es zur Jagd auf den rechten Asylgegner.

Regensburg kämpft wie Dresden und viele andere Städte und Kommunen in Deutschland mit der aktuellen Flüchtlingssituation. In der Domstadt (ca. 145.000 Einwohner) ist die Erstaufnahmeeinrichtung in der Zeißstraße mit ca. 600 Menschen voll ausgelastet, in Gemeinschaftsunterkünften leben derzeit 500 Personen.

Der Oberbürgermeister der Stadt, Joachim Wolbergs (44, SPD), sagte dem Wochenblatt:

"Es gibt eine große Solidarität mit Menschen, die verfolgt sind, aber die Akzeptanz nimmt ab bei Menschen, die nicht aus Gründen der Verfolgung kommen. Wir können nicht jedes Unrecht und jede schwierige Lebensperspektive auf der Welt lösen – leider."

Fotos: youtube.com


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