Regierungskrise: Bricht die Union auseinander, weil sich die CSU nach rechts bewegt?

Berlin - Vom AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland (77) gab es bereits die Äußerung, dass die CSU um Horst Seehofer (68) für eine absolute Mehrheit in Bayern, Positionen der AfD übernommen hat (TAG24 berichtete). Ähnliche Töne gab es nun auch von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (44, CDU) zu hören. So warf er der Schwesterpartei einen antieuropäischen Rechtskurs vor.

Horst Seehofer (CSU), damals Ministerpräsident von Bayern, spricht beim CSU-Kongress zur Flüchtlingspolitik.
Horst Seehofer (CSU), damals Ministerpräsident von Bayern, spricht beim CSU-Kongress zur Flüchtlingspolitik.  © Marc Müller/dpa

"In Wahrheit geht es im Moment auch überhaupt nicht um das Thema Grenzabweisung, sondern in Wahrheit will die CSU eine Verschiebung der Position der Union weit nach rechts gegen Europa", sagte der CDU-Politiker am Freitag im Deutschlandfunk. "Und das ist etwas, das die CDU nicht dulden kann."

Derzeit "verschwimmt der Blick in Bayern leider durch die bevorstehende Landtagswahl" Mitte Oktober, beklagte Günther. Gegen die AfD werde die CSU aber nicht erfolgreich sein, wenn sie möglichst laut schreie und versuche, die Rechtspopulisten an Populismus zu überholen.

Im Gegenteil: "Die Länder, die besonnen agieren, auch die Unionsländer, und einfach problemlösungsorientiert agieren, die halten die AfD klein", sagte Günther.

Ob sich Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU) persönlich verstünden, sei ihm dabei "relativ egal". Es gehe nicht um persönliche Empfindlichkeiten, sondern verantwortungsvolle Politik.

Auch der CDU-Politiker Norbert Röttgen (52) griff die Schwesterpartei scharf an.

Von der CSU werde wegen einer ungewissen Lösung für drei Grenzübergangsstellen zu Österreich bei 800 weiterhin unkontrollierten Grenzkilometern "alles - eine Koalition, diese Erfolgsfraktionsgemeinschaft - aufs Spiel gesetzt", sagte der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Auswärtiges im ZDF-"Morgenmagazin". "Das ist überhaupt nicht mehr rational und überhaupt nicht verantwortlich."

Titelfoto: Marc Müller/dpa


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