Affenpocken: Erster Fall in Baden-Württemberg!

Stuttgart - Erster offizieller Fall von Affenpocken in Baden-Württemberg!

Der Erreger wurde mit einer PCR-Analyse festgestellt, muss jetzt noch durch eine Genom-Sequenzierung bestätigt werden. (Symbolbild)
Der Erreger wurde mit einer PCR-Analyse festgestellt, muss jetzt noch durch eine Genom-Sequenzierung bestätigt werden. (Symbolbild)  © Martin Bühler/Bundeswehr/dpa

Am Universitätsklinikum Freiburg wird seit Sonntagabend ein Patient aus dem Ortenaukreis mit einer entsprechenden Infektion stationär versorgt, wie das Gesundheitsministerium am Montagnachmittag mitteilt.

Der Mann befindet sich in Isolation. Bei ihm handelt es sich demnach um einen Reiserückkehrer aus Spanien.

Er hat Fieber, Husten und weist typische Hautveränderungen auf, sein Zustand ist jedoch stabil.

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"Die Diagnose wurde aufgrund der Symptome des Patienten und einer PCR-Analyse gestellt", so das Ministerium weiter. "Formal muss sie noch durch eine Genom-Sequenzierung bestätigt werden, die derzeit im Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg läuft und in den kommenden Tagen vorliegt."

Erst dann könne festgestellt werden, ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handele.

Damit nicht genug: "Das Gesundheitsamt des Ortenaukreises untersucht in diesem Zusammenhang einen weiteren Verdachtsfall, führt derzeit eine Kontaktpersonennachverfolgung im Umfeld der Betroffenen durch und wird gegebenenfalls Quarantäneanordnungen aussprechen."

Gesundheitsminister: "Dürfen Affenpockenvirus nicht unterschätzen"

Gesundheitsminister Manne Lucha (61, Grüne) beruhigt in dem Zusammenhang: "Das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Baden-Württemberg wird vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg derzeit als gering eingeschätzt."

Der Grünen-Politiker warnt aber: "Dennoch dürfen wir das Affenpockenvirus nicht unterschätzen. Wir verfolgen die Situation im Land deshalb weiter sehr aufmerksam. Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg wurden bereits informiert und sind entsprechend sensibilisiert."

Das Landesgesundheitsamt (Kompetenzzentrum Gesundheitsschutz) sei in engem Fachaustausch mit den anderen Behandlungs- und Kompetenzzentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) und dem Robert-Koch-Institut (RKI).

"Der Bund hat heute zudem angekündigt, mit dem RKI aktuelle Empfehlungen zu Isolation und Quarantäne zu erarbeiten", heißt es abschließend.

Titelfoto: Martin Bühler/Bundeswehr/dpa

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