Amokläufer richtete Waffe auf sie: Mitarbeiter von Forschungszentrum entkamen!

Heidelberg - Zwei Mitarbeiter des Heidelberger Forschungszentrums für biologische Grundlagenforschung (COS) sind womöglich nur knapp dem Amokschützen entkommen.

Heidelberg am Montag: Polizeibeamte betreten auf dem Gelände der Universität das Gebäude, in dem sich der Tatort des Amoklaufes befindet.
Heidelberg am Montag: Polizeibeamte betreten auf dem Gelände der Universität das Gebäude, in dem sich der Tatort des Amoklaufes befindet.  © Sebastian Gollnow/dpa

Der Direktor des "Centre for Organismal Studies", Jan Lohmann, schilderte am Dienstag, was seinen Kollegen am Vortag passiert war:

Sie kamen die Treppe zum Foyer des Gebäudes hinunter, als sie einen Schuss hörten, den sie zunächst Bauarbeiten im Haus zuordneten.

Als sie ihren Irrtum bemerkten, waren sie nur fünf bis sechs Meter von dem jungen Mann entfernt, der gerade aus dem Hörsaal kam, wo er vier Studierende mit Schüssen verletzt hatte - darunter die wenige Stunden später gestorbene 23-Jährige.

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Der 18-jährige richtete die Waffe auf die beiden Männer. Sie konnten unverletzt entkommen.

Der Amokschütze, der sich kurz danach selbst tötete, sei ebenso wie die von ihm erschossene Frau einer von 210 Biologie-Studenten, so Lohmann.

Die Veranstaltung der Fakultät für Biowissenschaften zum Thema organische Chemie in dem Hörsaal des COS besuchten ihm zufolge Erstsemester.

Nachdem die COS-Mitarbeiter nur noch entfernt Schüsse hörten, hätten sie sich aus ihren Büros getraut, um im Hörsaal Erste Hilfe zu leisten, erzählte Lohmann. Zuvor hatten sie sich per Messaging-Dienst Slack gegenseitig gewarnt.

Der Schutz vor Amokläufen sei schwierig, sagte Lohmann. Einlasskontrollen zu Beginn einer Vorlesung oder eines Seminars könnten nicht verhindern, dass ein solcher Täter - wie in Heidelberg geschehen - mitten in eine Veranstaltung hineinplatze.

Als eingeschriebenem Studenten hätten dem 18-Jährigen die üblichen Zugänge offen gestanden. Wenn der Täter schon im Raum sei, könnten auch Notfallpläne nicht mehr greifen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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