Auch die neue Bildungsministerin schickt junge Lehrer in unbezahlte Sommerferien

Von Henning Otte

Stuttgart - Die neue Kultusministerin Theresa Schopper (60, Grüne) will an der Praxis festhalten, angehende Lehrkräfte nach ihrem Referendariat in unbezahlte Sommerferien zu schicken.

Bildungsministerin Theresa Schopper (60, Grüne) hält trotz Kritik von Lehrergewerkschaften und Opposition daran fest, angehende Lehrer in unbezahlte Sommerferien zu schicken.
Bildungsministerin Theresa Schopper (60, Grüne) hält trotz Kritik von Lehrergewerkschaften und Opposition daran fest, angehende Lehrer in unbezahlte Sommerferien zu schicken.  © Bernd Weissbrod/dpa

Die Ausbildung sei mit Ende des Vorbereitungsdienstes abgeschlossen, die Einstellung zum neuen Schuljahr erfolge davon unabhängig zum einheitlichen Termin im September, sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

"Das ist ein regulärer Vorgang, der sich beim Referendariat für Juristen und bei zahlreichen anderen Berufsgruppen genauso verhält", hieß es.

Die Praxis sorgt immer wieder für Kritik von Lehrergewerkschaften und der Opposition. Mit einer Reform könnte man dringend benötigte Lehrkräfte für den Schuldienst sichern und ihr Abwandern verhindern, wird argumentiert.

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Schon Schoppers Vorgängerin Susanne Eisenmann (56, CDU) hatte es aber mit Hinweis auf die Kosten abgelehnt, das zu ändern.

Das Kultusministerium verwies nun darauf, dass die große Mehrheit der Junglehrerinnen und Junglehrer wegen des hohen Bedarfs an Lehrkräften eine "sehr sichere und dauerhafte berufliche Perspektive" hätten.

Wenn sich die Referendarinnen und Referendare dafür entschieden, an den Lernbrücken in den Sommerferien teilzunehmen, sei es in diesem wie im vergangenen Jahr möglich, schon zum 31. August in den Schuldienst übernommen zu werden.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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