Bahn-Streik: So ist die Lage in Baden-Württemberg

Stuttgart - Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn hat auch am Freitagmorgen für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen in Baden-Württemberg gesorgt.

Die Lokführergewerkschaft will mit ihrem Streik mehr Lohn und eine Corona-Prämie für die Mitarbeiter erstreiten.
Die Lokführergewerkschaft will mit ihrem Streik mehr Lohn und eine Corona-Prämie für die Mitarbeiter erstreiten.  © Sven Hoppe/dpa

Der Ersatzplan laufe aber erneut gut an, wie eine Sprecherin der Bahn am Morgen sagte. Die Situation an den Bahnhöfen sei verhältnismäßig entspannt.

Im Regionalverkehr will die Bahn etwa 40 Prozent des regulären Fahrplans aufrecht erhalten, im Fernverkehr soll jeder vierte Zug fahren. S-Bahn-Linien im Stuttgarter Großraum sollen weiterhin im Stundentakt fahren.

Der bundesweite Ausstand der Lokomotivführer im Personenverkehr hatte am Donnerstag um 2.00 Uhr begonnen. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen.

Grün-Schwarz will Haushalt unter Dach und Fach bringen
Baden-Württemberg Grün-Schwarz will Haushalt unter Dach und Fach bringen

Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Allerdings sind auch bei ihnen Einschränkungen in Folge der Streiks möglich.

Update 11.21 Uhr: Bahnstreik sorgt zum Ende der Arbeitswoche im Südwesten für Ausfälle

An den Bahnhöfen war am Freitag deutlich weniger los als zu normalen Zeiten - Zehntausende Pendler hatten offenbar umgeplant, ganz auf Fahrten verzichtet oder auf Alternativen wie Autos zurückgegriffen.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Stuttgart sagte, die Situation an den Bahnhöfen sei verhältnismäßig entspannt gewesen. Man habe den Zugbetrieb mit einem ausgedünnten Notfahrplan zumindest in Teilen aufrechterhalten können. Der Vizechef des GDL-Bezirks Süd-West, Jens-Peter Lück, sagte, Schwerpunkte des Ausstands im Südwesten seien erneut Ballungsräume wie Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim oder Heidelberg gewesen.

Dort seien die Streiks wegen eines normalerweise eng getakteten Nahverkehrs am deutlichsten zu spüren gewesen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

Mehr zum Thema Baden-Württemberg: