Benin-Bronzen: Gibt es auch in Mannheim Kunstschätze, die wieder nach Afrika sollen?

Von Susanne Kupke

Mannheim/Berlin - Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen haben möglicherweise Benin-Bronzen in ihrem Besitz.

Auch das Linden-Museum in Stuttgart ist am Rückführungsfahrplan beteiligt. Hier im Bild zu sehen: Verschiedene, dort ausgestellte Skulpturen aus Nigeria. Das Linden-Museum hat mehr als 60 Benin-Bronzen in seiner Sammlung.
Auch das Linden-Museum in Stuttgart ist am Rückführungsfahrplan beteiligt. Hier im Bild zu sehen: Verschiedene, dort ausgestellte Skulpturen aus Nigeria. Das Linden-Museum hat mehr als 60 Benin-Bronzen in seiner Sammlung.  © Christoph Schmidt/dpa

Wie die Stadt Mannheim am Freitag mitteilte, will das Museum die in Frage kommenden Objekte prüfen lassen.

Es hat beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (DZK) einen Forschungsantrag gestellt. Mit dem vorhandenen Personal lasse sich die aufwendige Arbeit nicht bewältigen, hieß es.

Die Reiss-Engelhorn-Museen besitzen der Mitteilung zufolge etwa 30 Objekte, die "möglicherweise mit den Plünderungen von 1897 in Zusammenhang stehen beziehungsweise aus dem königlichen Palast stammen können".

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Darunter könnten 15 Benin-Bronzen sein: drei Skulpturenköpfe, drei Reliefplatten, Glocken, Gefäße und Waffen. Elfenbeinstoßzähne und Holzobjekte gehörten ebenfalls in den Kontext.

Bronzen aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin (heutiges Nigeria) sind in zahlreichen deutschen Museen zu finden.

Seit geraumer Zeit gibt es Forderungen aus Nigeria, diese Objekte zu restituieren. Museumsexperten und politisch Verantwortliche hatten Ende April erste Rückgaben von Benin-Bronzen für 2022 angekündigt.

Objekte kamen größtenteils in den 20ern nach Mannheim

Nun soll ein Fahrplan für die Rückführung der wertvollen Kunstschätze entwickelt werden. Beteiligt ist auch das Linden-Museum (Stuttgart).

"Die Recherche zur Herkunft der Benin-Kunstschätze trägt dazu bei, die bereits von den Reiss-Engelhorn-Museen begonnene Aufarbeitung der Museumsbestände mit kolonialem Kontext fortzuführen", so Museumschef Wilfried Rosendahl.

Die Objekte seien größtenteils in den 1920er Jahren durch Ankauf nach Mannheim gelangt, einige über einen staatlich angeordneten Ringtausch mit Karlsruhe im Jahr 1935. Die Herkunft lasse sich bei den Ankäufen nur zu den Händlern verfolgen; wie sie dahin kamen, sei nicht bekannt.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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