"Der Fall des Bundespräsidenten": Geschichte von Christian Wulff ist bald in Podcast zu hören

Baden-Baden - Zehn Jahre nach der Affäre um den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (62) beleuchtet eine von SWR3 produzierte Dokumentar-Serie den Fall.

Der ehemalige Bundespräsident musste sich im Landgericht Hannover im Februar 2014 wegen Vorteilsannahme verantworten, wurde aber freigesprochen. Der Südwestrundfunk dokumentiert nun den Fall Wulff.
Der ehemalige Bundespräsident musste sich im Landgericht Hannover im Februar 2014 wegen Vorteilsannahme verantworten, wurde aber freigesprochen. Der Südwestrundfunk dokumentiert nun den Fall Wulff.  © Julian Stratenschulte/dpa Pool/dpa

Im siebenteiligen Podcast "Christian Wulff – der Fall des Bundespräsidenten" kommen Wegbegleiter, Menschen aus dem politischen Umfeld und beteiligte Journalisten zu Wort - auch Wulff selbst äußert sich.

Die "Bild"-Zeitung hatte am 13. Dezember 2011 erstmals über Wulffs Finanzierung eines Hauskaufs in Burgwedel bei Hannover berichtet.

Zuvor hatte der Bundespräsident auf der Mailbox des damaligen "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann (57) mit Konsequenzen gedroht, falls die Geschichte erscheint. Die Nachricht löste eine Kettenreaktion bis hin zu Wulffs Rücktritt aus.

Kaum noch gebabbelt und geschwätzt: Kinder sprechen wenig Dialekt
Baden-Württemberg Kaum noch gebabbelt und geschwätzt: Kinder sprechen wenig Dialekt

"Ich stehe zu allem, was ich gesagt habe, und habe sehr rational auch entschieden anzurufen, weil ich nicht mir später den Vorwurf machen wollte, hättest du mal angerufen. Also das ist auch nach wie vor eine Sache, mit der ich im Reinen bin", sagt Wulff im Podcast rückblickend.

Für den Podcast wurden mehr als 50 Stunden Interviews aufgezeichnet

Diekmann erinnert sich im Südwestrundfunk, dass in der Redaktionskonferenz zunächst entschieden wurde, den Text der Mailbox-Nachricht in der "Bild"-Zeitung abzudrucken: "Dann ist ja etwas passiert, mit dem ich nicht gerechnet hätte, nämlich dass ich einen weiteren Anruf des Bundespräsidenten bekommen habe. Er hat sich entschuldigt, ich habe die Entschuldigung angenommen und dann die Entscheidung getroffen, wir drucken die Mailbox nicht."

Dennoch erschienen Auszüge davon rund um den Jahreswechsel 2011/2012 in verschiedenen Zeitungen. Wulff erklärte am 17. Februar 2012 seinen Rücktritt.

Mehr als 50 Stunden Interview-Material haben die SWR3-Korrespondenten Kilian Pfeffer und Christopher Jähnert aus dem SWR-Hauptstadtstudio aufgezeichnet, sie haben dreimal mit Christian Wulff gesprochen.

Von der Idee bis zum fertigen Podcast vergingen 15 Monate. Die Aufnahmen fanden in Berlin und Baden-Baden statt.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa Pool/dpa

Mehr zum Thema Baden-Württemberg: