Diesellok ade: Jetzt sollen es Batterie-Züge richten

Ammerbuch - Ladetests unter Realbedingungen an der Schiene: Die Stadtwerke Tübingen haben am Donnerstag ihre mit einem Schweizer Unternehmen entwickelte Batterie-Schnellladestation für Züge vorgestellt.

Ein elektronisch betriebener Zug wird auf einem Nebengleis des Bahnhofs Ammerbuch-Pfäffingen an einer Schnellladestation geladen.
Ein elektronisch betriebener Zug wird auf einem Nebengleis des Bahnhofs Ammerbuch-Pfäffingen an einer Schnellladestation geladen.  © Marijan Murat/dpa

Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit soll in Ammerbuch (Kreis Tübingen) erstmals nun ein Batteriezug an diese Schnellladestation ("Voltap") andocken und aufgeladen werden, wie die Stadtwerke mitteilten.

Diese Technik solle die noch nicht elektrifizierten Lücken im bundesweiten Schienennetz schließen und damit den Weg zum breiten Einsatz von Batteriezügen ebnen. "Auf diesen Moment haben wir gewartet: Endlich hatte unsere Schnellladestation ihr erstes 'Schienen-Rendezvous" mit einem echten Batteriezug', sagte Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen.

Die Schnellladestation ist eine Art Trafohaus in der Größe einer Fertiggarage. An ihr befinden sich zwei Lademasten mit Ladeschienen, an denen der ausgefahrene Ladearm auf dem Dach des batteriebetriebenen Zuges Strom tanken kann. Laut Mitteilung ist die Schnellladestation technisch mit Batteriezügen sämtlicher Hersteller kompatibel, wenn deren Bordelektronik dafür eingestellt wird.

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Die Stadtwerke Tübingen liefern seit der Liberalisierung des Bahnstromnetzes im Jahr 2014 Strom für Elektrozüge. Mit Schnellladestationen will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in den Batteriezweig vordringen und investiert daher in die Infrastruktur. Die Ladestation kann mit einer Leistung von 1200 Kilowatt laden. "Je nach Ausrüstung des Batteriezuges kann die Station einen solchen Zug in bis zu 20 Minuten voll laden. Die Akkuzüge könnten damit dann bis zu 120 Kilometer fahren, je nach Strecke", erklärte der Leiter der Stabsstelle Bahn bei den Stadtwerken, Sebastian Jäger.

Rund 40 Prozent des deutschen Schienennetzes ist laut Jäger bislang auf den Einsatz von Diesellokomotiven angewiesen, weil es nicht elektrifiziert ist. Für diese Strecken seien die batteriebetriebenen Züge sinnvoll.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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