Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz: So hilft der Südwesten jetzt

Stuttgart/Calw - Nach den katastrophalen Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz ist Hilfe aus Baden-Württemberg ins Nachbarbundesland entsandt worden.

Bei der Feuerwehr in Calw wird ein Lastwagen für den Hilfseinsatz beladen.
Bei der Feuerwehr in Calw wird ein Lastwagen für den Hilfseinsatz beladen.  © Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

So unterstützen Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes die Rettungskräfte im besonders schwer vom Hochwasser und Überschwemmungen betroffenen Landkreis Ahrweiler.

Im Auftrag des baden-württembergischen Innenministeriums machten sich die Malteser am Donnerstag mit elf Krankentransportfahrzeugen auf den Weg in das Katastrophengebiet, wie es in einer Mitteilung des Hilfsdienstes hieß.

Die Helfer greifen demnach den Rettungskräften bei der Evakuierung von Krankenhäusern und Pflege- und Altenheimen unter die Arme.

Wollte er nicht weichen? Regierung beruft Reinhart aus Verwaltungsrat der L-Bank ab
Baden-Württemberg Wollte er nicht weichen? Regierung beruft Reinhart aus Verwaltungsrat der L-Bank ab

"Es ist für uns selbstverständlich, in dieser schwierigen Situation sofort länderübergreifend zu helfen und Solidarität zu zeigen. Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen", sagte Malteser Regionalleiter Karl-Eugen Graf von Neipperg.

Das Land Rheinland-Pfalz hatte nach Angaben des Malteser Hilfsdienstes am Donnerstagnachmittag um überörtliche Hilfe in Form von 100 Krankentransportfahrzeugen für die Patientenverlegung gebeten.

Auch Katastrophenschutzzug "Hochwasser" unterwegs

Doch die Malteser sind nicht allein: So ist der Katastrophenschutzzug "Hochwasser" des Landkreises Calw am Donnerstagnachmittag zur Unterstützung nach Hermeskeil (Landkreis Trier-Saarburg) entsandt worden.

Wie der Kreisfeuerwehrverband Calw mitteilte, fuhren die Einsatzfahrzeuge am späten Donnerstagabend mit Booten und Notstromaggregaten in das Katastrophengebiet. Zusätzlich mit Pumpen, Schlauchmaterial, Benzinkanistern und Sandsäcken verließ ein Konvoi aus Einsatzfahrzeugen Calw mit Blaulicht Richtung Hermeskeil, wie weiter mitgeteilt wurde.

Der Landkreis Trier-Saarburg zählt zu einem der am heftigsten von der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz getroffenen Kreisen im Land.

100 Krankenwagen auf dem Weg nach Ahrweiler

200 Einsatzkräfte haben sich in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) mit 100 Krankenwagen auf den Weg in die Region rund um Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gemacht.

Die Einsatzkräfte werden dort bei der Verlegung von Patienten aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen helfen, wie die Stadt Bruchsal am Donnerstag mitteilte. Die Wagen fuhren in Konvois mit je 25 Fahrzeugen.

Der Einsatz erfolgt laut Angaben auf Anforderung des Innenministeriums Rheinland-Pfalz.

Update, 10.27 Uhr: 600 weitere Einsatzkräfte entsandt

Innenminister Thomas Strobl (61, CDU).
Innenminister Thomas Strobl (61, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Baden-Württemberg schickt immer mehr Helfer ins Nachbarland Rheinland-Pfalz.

Innenminister Thomas Strobl (61, CDU) sagte am Freitag in Stuttgart: "Am gestrigen Abend und in den Nachtstunden haben wir die Unterstützung deutlich ausgeweitet und weitere rund 600 Einsatzkräfte von Sanitätsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk zur Unterstützung entsandt."

Ein weiterer Polizeihubschrauber mit Höhenrettern der Feuerwehr Stuttgart solle ins Einsatzgebiet im Landkreis Ahrweiler fliegen.

Illegal aus Brasilien herausgebracht? Streit um Dino-Fossil geht weiter
Baden-Württemberg Illegal aus Brasilien herausgebracht? Streit um Dino-Fossil geht weiter

Zudem seien aus dem Südwesten unter anderem 100 Krankentransportwagen mit 200 Einsatzkräften der Hilfsorganisationen sowie 15 Hochwassereinheiten der Feuerwehren mit insgesamt rund 300 Menschen in Rheinland-Pfalz.

Schon am Donnerstag waren Strobl zufolge ein Polizeihubschrauber mit Feuerwehrleuten des Höhenrettungsdienstes der Berufsfeuerwehr Stuttgart sowie der Rettungshubschrauber Christoph 54 mit Luftrettern der Bergwacht Schwarzwald im Einsatz. "Allein durch den Polizeihubschrauber wurden 37 Menschen vor den Fluten gerettet."

Der Minister sagte: "Unsere Helfer berichten von einer dramatischen Situation vor Ort: Es gibt zahlreiche tote und vermisste Menschen und zerstörte Gebäude. Die Lage ist unübersichtlich, Strom- und Trinkwasserversorgung sind ausgefallen, es gibt kein Mobilfunknetz."

Strobl dankte allen Helferinnen und Helfern für ihre Bereitschaft "zu einem Einsatz unter schwierigen und oftmals sehr gefährlichen Bedingungen". Auch einzelne Landratsämter, Feuerwehren oder Gruppen des Deutschen Roten Kreuzes im Südwesten verkündeten am Freitag, mit welchen Trupps sie in den Unwetterregionen helfen.

Titelfoto: Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

Mehr zum Thema Baden-Württemberg: