Bald neue Warnstreiks? IG Metall fordert Angebot in zweiter Tarifrunde

Kornwestheim - Begleitet von mehreren Tausend Demonstranten hat die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie im Südwesten begonnen.

Insgesamt setzten sich rund 10.000 Demo-Teilnehmer vor Ort ein.
Insgesamt setzten sich rund 10.000 Demo-Teilnehmer vor Ort ein.  © Bernd Weissbrod/dpa

"Wir haben jetzt keine Zeit für taktische Spielchen. Sowohl die Unternehmen als auch die Menschen brauchen Sicherheit", sagte IG-Metall-Chef Roman Zitzelsberger (56) vor dem Auftakt in Kornwestheim am Mittwoch.

Dazu sei es nötig, dass die Arbeitgeber ein adäquates Angebot vorlegen.

"Sollte das heute wieder nicht kommen, dann kann ich feststellen, dass es offensichtlich nicht gelingt, innerhalb der Friedenspflicht [...] einen ernsthaften Lösungsversuch zu unternehmen."

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Die IG Metall fordert ein Lohnplus von acht Prozent. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall sieht keinen Spielraum für Tabellenerhöhungen. Am 28. Oktober endet die Friedenspflicht, ab dem 29. Oktober kann die IG Metall dann zu Warnstreiks aufrufen.

Südwestmetall-Verhandlungsführer Harald Marquardt dämpfte vor den Verhandlungen die Erwartungen. Ihm gehe es zunächst um einen Abgleich zwischen den Teilnehmern. Die IG Metall dürfe die Arbeitgeberseite nicht überfordern.

"Den Demonstranten und den Teilnehmern des heutigen Aktionstages der IG Metall rufe ich zu: Wir verstehen ihre Nöte sehr sehr genau. Aber ihre Nöte sind auch unsere Nöte."

Roman Zitzelsberger (56), Bezirksleiter Baden-Württemberg der Gewerkschaft IG Metall, spricht vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen.
Roman Zitzelsberger (56), Bezirksleiter Baden-Württemberg der Gewerkschaft IG Metall, spricht vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen.  © Bernd Weissbrod/dpa

Vor dem Verhandlungsort in Kornwestheim versammelten sich laut IG Metall und Polizei rund 5000 Teilnehmer zu einer Kundgebung. Dazu seien weitere 5000 zu Aktionen in den Regionen gekommen, hieß es von der Gewerkschaft. Insgesamt arbeiten in der Branche in Baden-Württemberg rund eine Million Menschen.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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